+
Mark Zuckerberg hat gut lachen: Facebook kann an der Börse punkten

Börsianer haben plötzlich Vertrauen

Facebook überrascht mit rasantem Wachstum

Menlo Park - Noch vor wenigen Monaten waren Mark Zuckerberg und sein Team die Buhmänner an der Börse. Doch das Blatt hat sich gewendet: Die Anleger gewinnen wieder Vertrauen - und das ist der Grund:

Wer heute bei Facebook schaut, was seine Freunde treiben, der tut das gerne von seinem Smartphone aus. Das ist immer griffbereit und muss nicht erst hochgefahren werden wie der heimische Computer. Was für den Nutzer praktisch ist, war früher aber ein Problem für Facebook: Denn auf den kleinen Bildschirmen lassen sich nur schwer klassische Werbebanner unterbringen. Und mit Werbung verdient das Soziale Netzwerk nun einmal sein Geld. Doch Firmengründer Mark Zuckerberg und sein Team haben aus der Not eine Tugend gemacht und einen Weg gefunden, mit Anzeigen auf dem Mobilgerät riesige Umsätze zu erzielen.

„Die Leute verbringen mehr Zeit bei Facebook als jemals zuvor“, frohlockte Zuckerberg am späten Mittwoch bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen. Der Hauptgrund: das Smartphone. Im vergangenen Quartal kamen bereits 41 Prozent der Werbe-Dollar von mobilen Geräten - ein kräftiger Sprung nach 30 Prozent noch drei Monate zuvor. Das Unternehmen scheint damit der Börse den verlorenen Glauben an sein Geschäft zurückgegeben zu haben. Die Aktie schoss nach den Zahlen um bis zu 20 Prozent hoch.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

Damit kann Mark Zuckerberg wieder beruhigter große Töne spucken. Die Marke von einer Milliarde Nutzer zu erreichen, sei zwar ganz nett gewesen, sagte der 28-Jährige in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. „Aber es gibt nichts magisches in einer Milliarde, das wahre Ziel ist es, jeden auf der Welt zu vernetzen“, verkündete Zuckerberg. Der Satz ist ironischerweise auch eine Antwort auf das berühmte Zitat aus dem Facebook-Film „Social Network“, in dem der Zuckerberg-Weggefährte Sean Parker erklärt, eine Million Dollar sei wenig Geld: „Weißt Du, was cool ist? Eine Milliarde Dollar.“

Es ist rund ein Jahr her, dass Facebook groß umdenken musste. Das Online-Netzwerk verdiente sein Geld von Anfang an mit Werbung, doch das ganze Geschäft war auf die Nutzung am Computer ausgerichtet, mit Werbeanzeigen am Bildschirmrand. Als immer mehr Nutzer ihre Facebook-Profile über Smartphones und Tablets ansteuerten, wurde Facebook kalt erwischt: Aus den mobilen Apps kam damals kaum Geld. Diese Schwachstelle war einer der zentralen Gründe für den Einbruch der Aktie kurz nach dem Börsengang.

Die peinlichsten Facebook-Einträge der Welt

Die lustigsten Facebook-Pannen der Welt

Der jetzige Kursanstieg ist die Belohnung dafür, dass Facebook seine Hausaufgaben gemacht hat. Die Anzeigen wurden in den vergangenen Monaten konsequent aus den Randbereichen mitten ins Blickfeld der Nutzer verlagert, zwischen die einzelnen Neuigkeiten ihrer Facebook-Freunde. Damit kann man sich ihnen jetzt auch auf mobilen Geräten nicht mehr entziehen. Während einige Mitglieder die Anzeigen-Flut als Belästigung empfinden, betont Facebook, dass sie häufiger angeklickt werden als zuvor.

Zudem startete Facebook eine Offensive bei den Werbeprodukten. Im vergangenen Quartal sei besonders gut lokale Werbung von Geschäften in der Nähe der Nutzer gelaufen sowie Anzeigen, die zum Download von Apps einladen, erklärte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg.

„Wir wissen, dass wir noch viel harte Arbeit vor uns haben“, räumte Sandberg zugleich ein. So war eine mit großen Erwartungen verbundene Idee bisher ein Reinfall: Die Benutzeroberfläche Facebook Home für Android-Smartphones. Trotz einer großen Werbekampagne blieben die Download-Zahlen bislang enttäuschend. Zuckerberg versicherte zugleich, dass Facebook nicht aufgeben und Home weiterentwickeln werde, ebenso wie die jüngst gestartete erweiterte Facebook-Suche, mit der man mehr über die Interessen und Vorlieben seiner Freunde erfahren kann. Getreu seinem Motto: Wir wollen die ganze Welt vernetzen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

BGH prüft Entschädigung für schlechteres Hotelzimmer
Ungewollt drei Tage in einem nicht ganz so sauberen Hotel und ein Zimmer ohne Meerblick - Traumurlaub sieht anders aus, finden Urlauber, die nun beim BGH auf …
BGH prüft Entschädigung für schlechteres Hotelzimmer
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Washington (dpa) - Die amtierende US-Notenbankchefin Janet Yellen wird zum Ende ihrer Amtszeit nicht weiter unter ihrem Nachfolger im Führungsgremium der Bank …
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Schwere Schlappe für Deutschland: Weder Frankfurt am Main noch Bonn werden Standort für eine der aus London wegziehenden EU-Behörden. Die lachenden Sieger sitzen in den …
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden
Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch …
Auch Frankfurt scheitert bei Vergabe von EU-Behörden

Kommentare