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Trigema-Chef Grupp: „Das Problem ist, dass in Deutschland viele Abitur machen und studieren“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Immer mehr junge Menschen in Deutschland entscheiden sich für ein Studium anstelle einer Ausbildung. Trigema-Chef Grupp beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

Burladingen - „100 Prozent made in Germany“ - dafür steht der Textilhersteller Trigema aus Burladingen (Baden-Württemberg). Während andere Hersteller die Produktion ins Ausland verlagern, bleibt das Traditionsunternehmen seinem Ruf treu und setzt auf Produktionsstätten im Inland. Über die Hürden der Produktion in Deutschland sprach Trigema-Chef Wolfgang Grupp mit der WirtschaftsWoche. Ein Defizit an Fachkräften bereite der Firma Schwierigkeiten, wie BW24 berichtet.

Wolfgang Grupp: Stellen in Deutschland werden mit ausländischen Fachkräften besetzt

„Das Problem ist, dass in Deutschland viele Abitur machen und studieren. Wenn die Tochter einer Näherin Abitur macht, geht sie mir nicht mehr an die Nähmaschine“, kritisiert Wolfgang Grupp. Der Mangel an Bewerbern für den Job als Näherin oder Näher führe laut dem Trigema-Chef dazu, dass Stellen in Deutschland zunehmend mit ausländischen Fachkräften besetzt werden.

Sein Sohn Wolfgang Grupp Junior, Co-Chef von Trigema, plant sogar, Näherinnen auf lange Sicht durch Automaten zu ersetzen - aus dem einfachen Grund, weil es an Personal fehlt und ein Automat die produzierte Stückzahl drastisch erhöhen kann.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 9. Februar 2022. Da er für unsere Leser noch immer eine Relevanz hat, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Wolfgang Grupp denkt nicht daran, Produktion ins Ausland zu verlagern

Obwohl es im Inland knapp mit dem Personal wird, denkt Grupp nicht im Traum daran, seine Produktion ins Ausland zu verlagern. „Ich produziere jetzt 52 Jahre in Deutschland und habe keinen Grund, ins Ausland zu gehen“, sagt er. „Wer ins Ausland geht, ist entweder zu teuer, hat die falschen Kunden oder verkauft nur billig.“ In einem Hochlohnland hingegen dürfe er keine Massenartikel produzieren, sondern nur innovative Produkte.

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