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Vorlesung an der Technischen Universität Ilmenau: Der Fachkräftemangel in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen ist auf einem Rekordhoch. Foto: Michael Reichel

Neuer Höchststand

Unternehmen fehlen immer mehr Kräfte in technischen Berufen

Trotz aller Bemühungen: Die Lücke bei technischen Berufen wird immer größer. Vor allem in einem Bereich werden Arbeitskräfte benötigt.

Berlin (dpa) - Der Mangel an Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern in Deutschland hat ein Rekordhoch erreicht. Im April fehlten den Unternehmen 237 500 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich - 38,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das geht aus dem in Berlin vorgestellten MINT-Report hervor, der zweimal jährlich vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln) erstellt wird. Es sei der höchste Stand, seit Beginn der Erhebung 2011, hieß es. Fast 40 Prozent der fehlenden akademischen Kräfte macht der IT-Bereich aus.

"Die Engpässe würden deutlich höher ausfallen, wenn nicht ausländische Arbeitnehmer überproportional in diesem Feld arbeiten würden", sagte der Vorstandschef der Initiative "MINT Zukunft schaffen", Thomas Sattelberger. Seit 2013 sei die Beschäftigung von Ausländern in akademischen MINT-Berufen um 43 Prozent gestiegen - den größten Anteil daran machen indische Arbeitskräfte aus. Damit der Fachkräftemangel insgesamt nicht weiter ansteige, müsse die Zuwanderung gestärkt werden - etwa durch eine Talent Card, die es auch Nicht-Akademikern aus dem Ausland erlaube, sich in diesem Bereich auf dem deutschen Arbeitsmarkt umzuschauen.

Auch Flüchtlinge würden immer öfter im MINT-Bereich unter kommen, sagte Sattelberger. Derzeit seien es insgesamt rund 8000. Bei der Integration in den Arbeitsmarkt forderte der Vorstandschef unter anderem eine besser Sprachförderung und kritisierte: "Abschiebungen trotz Ausbildungsvertrag oder während eines Praktikums schreckt Betriebe davor ab, Asylbewerber oder Geduldete auszubilden."

Gehe es um technisch-naturwissenschaftliche Berufe, würden immer noch zu viele Mädchen und Frauen von Vorurteilen und gesellschaftlichen Rollenklischees gebremst werden. "Girls Days alleine bringen's nicht", sagte Sattelberger.

Während der Studie zufolge die Zahl der MINT-Akademiker von 31,3 auf 35,1 Prozent stieg, ging die Quote der der 30- bis 34-Jährigen mit einer MINT-Ausbildung von 22,3 auf 18,8 Prozent zurück. Man brauche eine breitere Berufsorientierung an Schulen, sagte Sattelberger. Insgesamt gebe es 430 400 offene MINT-Stellen in 36 Berufskategorien.

Der MINT-Report entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative "MINT Zukunft schaffen".

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