BMW fährt Rekorde bei Umsatz und Absatz ein - Ertragskurs bleibt

München - Der Autobauer BMW hält auch nach einem Umsatz-und Absatz-Rekord im vergangenen Jahr an seinem strikten Ertragskurs fest. "Beide Ziele - Absatzwachstum und Profitabilität - sind für die Zukunft der BMW Group von entscheidender Bedeutung", erklärte BMW-Chef Norbert Reithofer am Mittwoch in München.

Vor Weihnachten hatte der Autobauer angekündigt, vor allem in Deutschland tausende Arbeitsplätze streichen zu wollen. Betroffen sollen vor allem Leiharbeiter sein. Der Stellenabbau ist Teil des milliardenschweren Sparprogramms, mit dem der Autobauer seinen jahrelangen Margenverfall stoppen will.

Im Vergleich zum Vorjahr kletterten die Erlöse des Konzerns im vergangenen Jahr um 14,3 Prozent auf 56 Milliarden Euro. Im Automobilgeschäft kam der weiß-blaue Autobauer auf einen Umsatz von 53,8 Milliarden Euro nach 47,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch die Sparte Finanzdienstleistungen verbuchte kräftige Zuwächse. Hier lagen die Erlöse mit 13,9 Milliarden Euro um gut ein Viertel über Vorjahresniveau. Lediglich im Motorradgeschäft verzeichnete BMW ein Umsatzminus von 2,9 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Die Ergebniszahlen will BMW im März veröffentlichen.

 BMW verkaufte 2007 so viele Autos wie nie zuvor. Der Absatz kletterte um 9,2 Prozent auf mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Zum weiteren Anstieg der Auslieferungen sollen auch neue oder überarbeitete Modelle beziehungsweise Modellvarianten wie der MINI beitragen.

Die Ergebnisprognose für 2007 bestätigte Reithofer und kündigte weiteres Wachstum für dieses Jahr an. "Wir erwarten bei den Auslieferungen 2008 erneut einen Spitzenwert. Dabei werden wir im ersten Halbjahr stärker und im zweiten Halbjahr moderater wachsen." BMW will den um einen Sondereffekt bereinigten Rekordgewinn des Vorjahres übertreffen. Dies bedeutet, dass der Konzern vor Steuern mindestens 3,75 Milliarden Euro verdienen will. Die Börse reagierte positiv: Am Mittag notierte die BMW-Aktie zeitweise um knapp 1,8 Prozent im Plus bei 38,10 Euro.

Das Unternehmen hat sich vorgenommen, die Umsatz-Vorsteuerrendite bis 2012 im Autogeschäft auf 8 bis 10 Prozent zu steigern. 2006 hatte diese Kennziffer bei nur noch 6,3 Prozent gelegen. Man arbeite "intensiv" an der Verbesserung der Profitabilität, hieß es am Mittwoch.

Zu schaffen macht dem Autobauer neben hohen Rohstoffkosten vor allem der schwache US-Dollar. Die USA sind zwar der wichtigste Absatzmarkt für BMW, viele dort verkaufte Fahrzeuge werden aber im Euro-Raum produziert. Um unabhängiger von Währungsschwankungen zu werden, will BMW daher die Produktion und Einkauf im Dollarraum gezielt ausbauen. So soll die Kapazität des US-Werkes in Spartanburg bis 2012 von derzeit 140 000 auf 240 000 Fahrzeuge steigen. Künftig sollen dort alle SUV-Modelle (X6, X5 und X3) vom Band laufen. Die Produktion folgt damit den Kunden: Für die SUV-Modelle des Herstellers sind die USA der größte Markt.

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