Preiserhöhung und Fahrplanwechsel bei der Bahn

Berlin - Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn ist in der Nacht zum Sonntag reibungslos verlaufen. Gleichzeitig wurden aber Fahrten mit dem Regionalzug teurer.

“Es gibt keine größeren Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr“, sagte ein Konzernsprecher über den Fahrplanwechsel. 

Außerhalb der Verkehrsverbünde stiegen die Ticketpreise im Nahverkehr mit der Fahrplanumstellung um durchschnittlich 1,9 Prozent. Im Fernverkehr - also bei ICE, Intercity und Eurocity - blieben die Preise hingegen erstmals seit 2002 zum Jahreswechsel stabil.

Der neue Fahrplan sieht unter anderem zusätzliche Züge zwischen Berlin und Warschau vor sowie zwischen Frankfurt/Main und Brüssel. Gekürzt wurde das Angebot hingegen auf der “Mitte-Deutschland- Verbindung“ zwischen Düsseldorf und Stralsund. Als Grund dafür nannte die Bahn die dauerhaft schwache Nachfrage. Darüber hinaus wurde Vorsorge getroffen, um Zugausfälle durch das Winterwetter besser ausgleichen zu können: Befristet bis zum 19. März fahren auf einzelnen ICE-Strecken lediglich Intercity-Züge oder verkürzte ICE, um bei Ausfällen mehr Reservezüge zur Hand zu haben.

Neu ist ein vereinfachtes Formular, mit dem Fahrgäste bei großen Verspätungen eine Entschädigung beantragen können. Ab einer Stunde Verspätung gibt es 25 Prozent des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden sogar die Hälfte. Überarbeitet wurde auch das Internetangebot. Auf bahn.de können künftig Online-Tickets auch für Kurzstrecken gebucht werden und nicht nur für Fahrten ab 50 Kilometern. Sein Comeback feiert zudem das zwischenzeitlich eingestellte “Quer-durchs-Land- Ticket“, mit dem bis zu fünf Personen montags bis freitags einen Tag lang bundesweit alle Regionalzüge nutzen können.

500 Euro Einmalzahlung für Mitarbeiter

Gute Nachrichten gab es unterdessen für rund 150 000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Trotz des laufenden Tarifkonflikts in der Branche erhalten sie noch in diesem Jahr einen Bonus von bis zu 500 Euro.

Wie der bundeseigene Konzern in Berlin mitteilte, gibt es zum Jahresende eine Einmalzahlung von 300 Euro sowie eine Erfolgsbeteiligung von maximal 200 Euro. Auszubildende erhielten einen Betrag von 140 Euro. DB-Personalvorstand Ulrich Weber nannte dies ein deutliches Signal. “Wir wollen zeigen, dass wir die geleistete Arbeit zu schätzen wissen.“ Ein Sprecher der Bahngewerkschaft EVG sprach am Sonntag von einem “richtigen und sinnvollen Weg“. Die Zahlungen sollen nach Bahn-Angaben am Ende der derzeitigen Verhandlungen in den Tarifabschluss einbezogen werden. Derzeit verhandeln der DB-Konzern und die sechs großen Privatbahnen mit den Gewerkschaften über einen Branchentarifvertrag. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, die sich in der vergangenen Woche durch die Fusion von Transnet und GDBA gebildet hatte, will eine möglichst einheitliche Bezahlung bei allen Bahnanbietern durchsetzen. Da die Verhandlungen festgefahren sind, soll jetzt der SPD-Politiker Peter Struck als Schlichter eine Lösung finden.

dpa

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