Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

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Falk hat seine Flucht vorbereitet

- Hamburg - Der angeklagte Internet-Unternehmer Alexander Falk wollte nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" aus Deutschland fliehen, falls er auf freien Fuß gekommen wäre. Den möglichen Verlust einer Kaution hätte er in Kauf genommen.

<P>In einem in englischer Sprache verfassten Kassiber habe er aus dem Gefängnis heraus einen südafrikanischen Falk-Manager gebeten, einem deutschen Anwalt dabei zu helfen, seine Flucht vorzubereiten. Falk schrieb, er habe "nicht die Absicht, die nächsten drei Jahre mit einem vollständig nutzlosen ... Verfahren zu verbringen, das er ohnehin gewinnen" werde, heißt es in der "Zeit". Der Kassiber soll den deutschen Staatsanwälten von ihren südafrikanischen Kollegen zugespielt worden sein.</P><P>Falk sitzt seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft und hat mehrfach versucht, seine Freilassung auf juristischem Wege zu erzwingen. Das blieb jedoch erfolglos, selbst gegen das Angebot einer Kaution von 2,5 Millionen Euro. Laut "Zeit" hätte Falk in Kauf genommen, die Kaution zu verlieren. </P><P>Falk muss sich von diesen Freitag an vor dem Hamburger Landgericht im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner ehemaligen Internet-Firma Ision wegen schweren Betrugs, Kursbetrugs, Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung verantworten. Es handelt sich dabei um den bisher umfangreichsten Wirtschaftsprozess Hamburgs. Neben Falk müssen sich fünf weitere Männer verantworten.</P><P>Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, den Umsatz und damit den Aktienkurs der Ision kurz vor deren Verkauf 2001 durch Scheingeschäfte künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Falk veräußerte die Firma für 812 Millionen Euro an die britische Energis plc., ein nach heutigem Stand weit überhöhter Verkaufspreis. Hinsichtlich des Betrugsvorwurfs teilte das Landgericht mit, dass sich der Schaden auf 46,7 Millionen Euro belaufen könnte.</P><P>Falk drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Seine U-Haft war mehrfach geprüft worden. Die Hamburgische Justiz lehnte eine Freilassung aber wiederholt ab, weil Fluchtgefahr bestehe.</P><P>Nach Angaben des Landgerichts gab es in Hamburg noch nie einen Wirtschaftsprozess mit solcher Komplexität. 13 Rechtsanwälte seien mit der Verteidigung der sechs Angeklagten beschäftigt, die Akte umfasse rund 700 Ordner. Zur Verfahrensdauer könnten daher keine Angaben gemacht werden, zunächst seien Termine bis Ende Juni 2005 angesetzt.</P><P>Energis hat Falk außerdem auf 763 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Laut Landgericht hat das britische Unternehmen einen Adhäsionsantrag gestellt, um den Schadenersatz im Falle eines Schuldspruchs schon im Strafverfahren geltend zu machen.</P><P>Alexander Falk hatte den geerbten gleichnamigen Stadtplan-Verlag 1995 verkauft und mit dem Erlös in verschiedene unternehmerische Aktivitäten investiert. Die meisten Firmen, an denen er beteiligt war, sind vom Markt verschwunden, insolvent oder haben neue Besitzer.</P>

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