Falk wirft Gericht Rechenfehler vor

- Hamburg - Der frühere Börsenstar Alexander Falk hat erneut den gegen ihn erhobenen Betrugsvorwurf zurückgewiesen und dem Hamburger Landgericht Rechenfehler vorgeworfen. Zwischen den von der Staatsanwaltschaft ermittelten Scheinumsätzen und dem Kaufpreis für seine ehemalige Internet-Firma Ision gebe es keinen Zusammenhang. "Die Betrugstheorie der Kammer beruht auf widerlegten Missverständnissen und Rechenfehlern und ist unhaltbar", sagte der 35-Jährige am Mittwoch und forderte erneut seine Haftentlassung.

Falk steht seit Anfang Dezember wegen schweren Betrugs, Steuerhinterziehung und Kursmanipulation vor Gericht. Er soll durch Scheinumsätze den Börsenkurs der Ision in die Höhe getrieben und von dem Käufer Energis im Dezember 2000 einen weit überhöhten Kaufpreis kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf mindestens 47 Millionen Euro.

Falk sagte, der Kaufpreis der Ision sei mit Hilfe der so genannten "Discounted Cash Flow Methode" (DCF) anhand von Umsatzprognosen ermittelt worden. Demnach hätten die angeblichen Scheinumsätze des Jahres 2000 keinen Einfluss auf den Preis gehabt. Weder sei die Energis getäuscht worden, noch sei überhaupt ein Schaden entstanden.

Der Vorsitzende Nikolaus Berger sagte, die Ision sei tatsächlich nach dem DCF-Verfahren von einer Bank bewertet worden. Allerdings habe die Energis der Erreichung von Umsatzzielen für das Jahr 2000 eine ganz bestimmte Bedeutung zugemessen. "Sie können davon ausgehen, dass wir jeden Ihrer Punkte ausführlich erörtern werden", sagte Berger zu Falks Antrag auf Haftentlassung.

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