+
Für Dominique Strauss-Kahn steigen die Chancen, schon in der kommenden Woche als freier Mann den Rückflug nach Paris antreten zu können.

Strauss-Kahn: Ist er schon bald ein freier Mann?

New York - Für Dominique Strauss-Kahn steigen die Chancen, schon in der kommenden Woche als freier Mann den Rückflug nach Paris antreten zu können. Der Grund: Es gibt ein neues Indiz dafür, dass die Anklage zurückgezogen wird.

Im Verfahren um versuchte Vergewaltigung bestellte Oberstaatsanwalt Cyrus Vance das New Yorker Zimmermädchen für Montag zu einer Besprechung in sein Büro. Der Anwalt der Frau, Kenneth Thompson, wertete die Vorladung gegenüber der “New York Times“ als weiteres Indiz dafür, dass Vance die Anklage gegen Strauss-Kahn zurückziehen will.

“Meine Interpretation ist, dass sie (die Staatsanwaltschaft) sie von dem Ende der Klage oder der Aufgabe einiger Anklagepunkte informieren wollen“, wurde Thompson am Samstagabend online von der Zeitung zitiert. “Es gäbe keinen Grund, sie zu treffen, wenn sie nicht den Rückzug antreten wollten“, führte der Anwalt der 32-jährigen Nafissatou Diallo aus Guinea. Sie hatte Strauss-Kahn der sexuellen Gewalt bezichtigt, sich aber anschließend in Lügen verstrickt.

Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg befragte ehemalige Staatsanwälte in New York nach ihrer Einschätzung und berichtete ebenfalls am Samstagabend (Ortszeit), dass die Rechtsexperten von dem bevorstehenden Ende des Verfahrens ausgehen. Strauss-Kahn, der bis zu seiner Anklage wegen versuchter Vergewaltigung als Chef des Weltwirtschaftsfonds tätig war, hat an diesem Dienstag (23. August) den nächsten Gerichtstermin.

Lesen Sie dazu auch:

DSK: Zimmermädchen soll Abfindung diskutiert haben

Nach Meinung der Experten dürfte Vance die Anklage schon bei dieser Anhörung zurückziehen. Der Grund sei, dass der Ankläger die Tat mangels Glaubwürdigkeit der einzigen Zeugin nicht zweifelsfrei nachweisen kann. Straus-Kahn wird von der Frau beschuldigt, sie im Sofitel-Hotel am New Yorker Times Square zum Oralsex gezwungen zu haben.

Die Affäre Strauss-Kahn: Ein Sex-Krimi in Bildern

Die Affäre Strauss-Kahn: Ein Sex-Krimi in Bildern 

Der damals noch mächtige Banker wurde verhaftet, kam hinter Gitter, wurde dann aber gegen Kaution und Bankbürgschaften in Millionenhöhe in Hausarrest unter strikten Auflagen entlassen. Erst, als sich das Hausmädchen bei der Vernehmung in Widersprüche und Lügen verwickelte, wurde der Hausarrest aufgehoben. Inzwischen kann sich der Franzose sich frei bewegen, darf aber die USA nicht verlassen.

Ein ehemaliger Staatsanwalt von Manhattan, Thomas Curran, sagte Bloomberg: “Letztlich ist nur entscheidend, was in jenem Hotelzimmer passierte und ob es eine kriminelle Tat war. Deshalb hängt alles an der Glaubwürdigkeit der Frau“. Vance ist nach Worten von Curran verpflichtet, die Klage zurückzuziehen, wenn er nicht voll von allen Anklagepunkten überzeugt ist. Das kann er mündlich oder auch schriftlich tun. Vances Sprecherin, Erin Duffan, lehnte bisher jegliche Stellungnahmen ab.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Carsharing-Fusion von Daimler und BMW auf der Zielgeraden
München/Stuttgart (dpa) - Daimler und BMW wollen ihre Carsharing-Töchter nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Kürze zusammenlegen. Die …
Carsharing-Fusion von Daimler und BMW auf der Zielgeraden
WEF beginnt mit Warnung vor Protektionismus und Alleingängen
US-Präsident Trump ist noch gar nicht in Davos eingetroffen. Doch schon jetzt bestimmen seine Politik und deren mögliche Auswirkungen die Diskussionen auf dem …
WEF beginnt mit Warnung vor Protektionismus und Alleingängen
Rekorde bei Dax, MDax und SDax - Wall Street treibt an
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag die Rekorde gepurzelt. Der Leitindex Dax hatte gleich zum Handelsauftakt eine Bestmarke erreicht und …
Rekorde bei Dax, MDax und SDax - Wall Street treibt an
EU-Finanzminister kürzen schwarze Liste von Steueroasen
Wirtschaftliche Ungleichgewichte, Steueroasen, Griechenland: Die EU-Finanzminister haben bei ihrem Treffen in Brüssel eine Reihe von Dauerbaustellen abgearbeitet. Die …
EU-Finanzminister kürzen schwarze Liste von Steueroasen

Kommentare