Familie Albrecht: Finanzamt will mehr Geld

- Eichenau - Kaum eine Familie schottet ihr Leben so sehr von der Öffentlichkeit ab: Man weiß wenig über das Brüderpaar Karl und Theo Albrecht, das sich Deutschlands größte Discount-Kette in Nord und Süd aufgeteilt hat. Karl Albrecht (Aldi Süd) droht derzeit Ungemach mit dem Finanzamt. Nach einem Bericht von "Focus" ist angeblich von bis zu einer Milliarde Euro Steuernachforderung die Rede.

Offiziell geht es um die Siepmann-Stiftung. Solche Stiftungen dienen dazu, das Vermögen meist vermögender Familien vor den Erben zu schützen. Diese können zwar weiter von den Erträgen profitieren. Die Vermögens-Substanz allerdings soll durch diese Rechtskonstruktion langfristig bewahrtwerden. Da solche Familienstiftungen in aller Regel nicht gemeinnützig angelegt sind, müssen sie Steuern zahlen. Es fällt Körperschaftssteuer an, Gewerbesteuer und - weil die Erben von den Erträgen profitieren - alle 30 Jahre eine sogenannte Erb-Ersatzsteuer. Das war bei der Siepmann-Stiftung 30 Jahre nach der Gründung durch Karl Albrecht 2003 der Fall. Das Finanzamt Fürstenfeldbruck (der Stiftungssitz ist Eichenau, wo Aldi Süd ein großes Auslieferungslager betreibt) hat den Verdacht, dass Teile des Stiftungsvermögens zu niedrig angegeben wurden. Zahlreiche Grundstücke seien deutlich unter dem wahren Wert taxiert, berichtet "Focus".

Das allerdings bestreiten die Juristen der Stiftung. Hintergrund könnte sein, dass die Finanzbehörden bei der Erbschaftssteuer ein normiertes Verfahren anwenden: Grundstückswerte werden aus so genannten Boden-Richtwerten errechnet, Gebäudewerte auch anhand eines Ertragswertes aus der ortsüblichen Miete. Üblicherweise führt das dazu, dass der Steuerwert deutlich unter dem Verkehrswert liegt. Da aber der Markt für Gewerbeimmobilien in den letzten Jahren in vielen Regionen zusammengebrochen ist, liegen die Werte, die das Finanzamt ansetzt oft weit über denen, die am Markt tatsächlich erzielbar sind.

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