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Elisabeth S chaeffler, Firmeninhaberin der Schaeffler KG.

Tausende Arbeitsplätze in Gefahr - Seehofer zu Hilfe bereit

Familie Schaeffler warnt vor Zerschlagung des Konzerns

Frankfurt/Main - Eine Zerschlagung der Schaeffler-Continental-Gruppe könnte nach Darstellung der Eigentümerfamilie Tausende Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Zudem gäbe es schwerwiegende Folgen für die Autoproduktion weltweit, sagte Georg Schaeffler der “Bild am Sonntag“ laut Vorabmeldung.

“Der Verbund der Unternehmen schafft mit der Hochpräzisionsmechanik von Schaeffler und der Elektronik von Conti eine technologische Zukunftsperspektive. Dadurch behalten Tausende von hoch qualifizierten Arbeitnehmern einen sicheren Arbeitsplatz in Deutschland“, wurde der Besitzer zitiert. Das könne aber nur funktionieren, wenn die Einheit von Schaeffler und Continental erhalten bleibe.

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Chefin weint vor  Rührung

Seine Mutter, die Unternehmerin Maria-Elisabeth, sagte dem Blatt, das gemeinsame Unternehmen stehe für eine industrielle Substanz, die es weltweit nicht nochmal gebe und die nicht einfach ersetzt werden könne. “In jedem Auto auf dieser Welt finden Sie im Durchschnitt 60 Teile allein aus der Schaeffler-Produktion. Eine Störung in unserer Produktion hat für die Automobilindustrie weltweit schwerwiegende Auswirkungen.“ Die Firmeninhaberin zog dem Bericht zufolge Parallelen zur Investmentbank Lehman Brothers, deren Kollaps im vergangenen Jahr die weltweite Finanzkrise verschärfte. “Eine renommierte Unternehmensberatung hat unsere Bedeutung für die Industrie mit derjenigen von Lehman Brothers für die Bankenwelt verglichen.“

Schaeffler will Zinsen für Staatsgeld zahlen

Maria-Elisabeth Schaeffler machte deutlich, dass die Firmengruppe auf Geld vom Staat angewiesen sei. “Ohne eine zeitlich begrenzte finanzielle Überbrückung durch den Staat wird es für die Einheit und Zukunft von Continental und Schaeffler schwierig.“ Die Abhängigkeit vom Steuerzahler treffe sie persönlich. “Wichtig ist aber, dass das Unternehmen alles mit Zinsen auf Heller und Pfennig zurückbezahlen wird. Es geht nicht um ein Geschenk.“ Das fränkische Familienunternehmen will den größeren hannoverschen Konzern Continental übernehmen, ist aber wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten. Weltweit haben alle großen Autohersteller massive Auftragsrückgänge, was sich direkt auf Zulieferbetriebe auswirkt.

Seehofer lehnt direkte Staatsbeteiligung ab

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erklärte sich zu Hilfen für Schaeffler bereit, lehnt aber eine direkte Beteiligung ab. Der Staat solle diesen Firmen helfen, wenn sie ein zukunftsfähiges Konzept hätten und dazu die wichtigsten Banken dieser Firmen stünden, sagte der CSU-Vorsitzende dem “Kölner Stadt-Anzeiger“. Es gehe um Tausende Arbeitsplätze. “Dann kann man durchaus Garantien und Bürgschaften übernehmen und als Staat mithelfen, die Arbeitsplätze zu sichern.“ Der Staat solle aber nicht direkt als Unternehmer tätig werden, wurde Seehofer zitiert. “Das ist in der Menschheitsgeschichte noch nie gutgegangen.“

ap

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