Familienunternehmen sind erfolgreicher

- Hamburg - Unternehmen in den Händen anonymer Aktionäre, geführt von gewinnsüchtigen Managern, die nur von Quartalsbericht zu Quartalsbericht denken. Ein Gegenmodell zu diesem Bild sind familiengeführte Firmen. Studien zufolge stehen sie besser da, weil sich die Familien die langfristige Wertsteigerung im Blick haben.

Die HypoVereinsbank hat die Aktien-Entwicklung der 50 größten von knapp 150 börsennotierten Familienunternehmen in Deutschland untersucht. Darunter sind Konzerne wie BMW, Altana und Henkel, aber vor allem auch viele kleinere wie der IT-Produzent Maxdata. Voraussetzung war, dass die Familie mindestens 25 Prozent der Aktien hält und eine wichtige Rolle im Vorstand oder Aufsichtsrat spielt. Im Ergebnis haben diese Firmen von 1990 bis Mitte 2004 den Dax durchschnittlich um 6,8 Prozentpunkte übertroffen.

Grund für den Erfolg ist die Übereinstimmung zwischen den Zielen des Eigentümers und den Zielen der Firma. So seien im Durchschnitt 69 Prozent des Familienvermögens in der Firma investiert, heißt es in einer Schweizer Untersuchung. "Die langfristige Unternehmensstrategie darf die Investitionen und damit einen großen Teil des Familienvermögens nicht gefährden." Weil sie oft bereits als Kinder mit der Firma aufwüchsen, kennten sie sich außerdem besser auf den jeweiligen Märkten aus.

Nach Einschätzung der Experten ist auch die Loyalität der Gründerfamilie zur Firma höher. "Manager werden für einen bestimmten Zeitraum für eine bestimmte Arbeit bezahlt. Sie können sich auch bei einem Konkurrenten bewerben. Das wäre in Familienunternehmen undenkbar", sagt Knut Lange, Professor der privaten Universität Witten/Herdecke.

Außerdem investiere ein Familienunternehmer eher am Heimatstandort, auch wenn es in Osteuropa billiger sei. "Familienunternehmen sind wesentlich stärker regional verwurzelt."

In der Struktur der Familienunternehmen liegen aber auch Gefahren. Krach im Clan kann zum Beispiel die Zersplitterung oder das Ende bedeuten. Das Keksimperium der Bahlsen-Familien etwa wurde Ende der neunziger Jahre nach Kontroversen aufgeteilt.

Die Nachfolge bringt ebenfalls Probleme. "Die Familie ist gezwungen, in jeder Generation einen Unternehmer auf die Welt zu bringen", sagt Lange. Der Kreis der potenziellen Nachfolger sei daher klein, bei der Auswahl komme es häufig zum Streit. Laut dem Institut für Mittelstandforschung stellt sich die Frage jährlich bei etwa 71 000 meist kleinen oder mittelständischen Betrieben, von denen pro Jahr rund 5900 mangels Nachfolger schließen müssen.

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