Familienvermögen wird Geldquelle für Mittelstand

- Starnberg - "Es gibt viele exzellente Unternehmen in Deutschland - aber in ganz Europa fehlt Eigenkapital. Und Deutschland ist am schlimmsten dran." Der Engländer Steven Wilkinson nennt die Dinge beim Namen - und er ist fest entschlossen, etwas dagegen zu tun: Mit dem Kapital seiner Familie im Rücken baut er in seiner Wahlheimat Bayern von Starnberg aus eine Finanzgruppe auf, deren erklärtes Ziel eine Stärkung des Mittelstands in der Bundesrepublik ist.

<P>Die "Buchanan Capital Group" - benannt nach der Buchanan Street in Black-pool, in der Wilkinsons Groß-vater einst sein Unternehmen gegründet hatte - befasst sich mit etlichen Aktivitäten: von der Vermögensverwaltung - mit einer Beteiligung zum Beispiel an Ludwig Beck in München - über Beratungsleistungen bis zur Finanzierung über Beteiligungsgeschäfte und andere Modelle. Gesteuert wird das alles von der Buchanan Capital Holding AG in Starnberg, die zu gleichen Teilen Wilkinson und seinem Partner Frank Gerhold gehört.<BR><BR>Sie grenzen sich klar von Banken, aber auch der über-wiegenden Zahl anderer Finanziers ab: "Die meisten Anbieter handeln nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit dem Geld anderer", sagt Gerhold. Bei Buchanan dagegen will eine wohlhabende Familie zunächst vor allem ihr eigenes Kapital einsetzen. Damit kann sie selbst entscheiden und muss nicht externen Kapitalgebern Rechenschaft ablegen. Ein Fonds mit dem beträchtlichen Volumen von rund 400 Millionen Euro soll schon bald für ehrgeizige Projekte zur Verfügung stehen. <BR><BR>Eine zentrale Rolle wird dabei der so genannten Mezzanine-Finanzierung beigemessen, bei der Elemente von Eigenkapital- und Fremdfinanzierungen verbunden werden. Wilkinson will aber keineswegs schwache Firmen aufpäppeln, sondern starke, bei denen die Fähigkeit zur Rückzahlung außer Zweifel steht, noch stärker machen - so in Hinblick auf die Globalisierung. In einer ersten Phase werden große Mittelständler - mit 400 Millionen Euro Jahresumsatz aufwärts - angepeilt, später auch kleinere Unternehmen. <BR><BR>Um Sanierungen und Nachfolgeregelungen kümmert sich unterdessen eine andere Wilkinson nahe stehende Gesellschaft: die Arques AG. Sie interessiert sich zurzeit zum Beispiel für die in schweren Finanzproblemen steckende "Frankfurter Rundschau".<BR><BR></P>

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