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JÖRG EIGELSHOVEN

Family Offices

Vermögenscontrolling als Baustein des Erfolgs

Die Geldanlage wird nicht einfacher, auch nicht für sehr vermögende Familien. Deshalb kommt es darauf an, die Entscheidungen von beispielsweise Vermögensverwaltern kritisch zu hinterfragen und aus den Ergebnissen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Diversifikation, Rendite-Risiko-Profile, professionelles Asset Management, strategische Marktsicht, steuerliche Strukturen: Bei der Verwaltung eines (großen) Vermögens kommt es auf zahlreiche Elemente an, soll es langfristig gesichert werden und stabile Ausschüttungen generieren. Dabei spielt natürlich das Vertrauen des Vermögensinhabers in seinen oder seine Vermögensverwalter eine wichtige Rolle. Aber eine regelmäßige, unabhängige Kontrolle schadet auch nicht, wie man bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton (WKGT) weiß. Die Kanzlei hat zu diesem Zweck für private Mandanten die Dienstleistung „Vermögenscontrolling“ geschaffen und ist mit dem Produkt laut eigenen Angaben führend in Deutschland, auch aufgrund selbst programmierter und kontinuierlich weiterentwickelter Systeme.

„Mit dem Vermögenscontrolling bauen wir ein systematisches Eigentümer-Informationssystem für Vermögensinhaber auf, das diese regelmäßig über den Stand und die Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten, Vermögensanlagen und Verpflichtungen informiert“, sagt Jörg Eigelshoven. Der WKGT-Senior-Partner ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und leitet den Bereich „Private Finance“, zu dem auch das Vermögenscontrolling gehört. Die Kernleistungen umfassen dabei regelmäßig vier Bereiche. „Wir kontrollieren, ob die Anlagerichtlinien der Familie eingehalten werden, ob die Vermögensverwaltung tatsächlich erfolgreich ist, ob die Kostenstrukturen in Ordnung sind und überprüfen die Steuerdokumentation.“

Gerade letzterer Bereich werde immer wichtiger, betont Jörg Eigelshoven. Und dabei gehe es weder um Schwarzgeld noch um Steuersparmodelle, sondern um Rechtssicherheit bei der Steuererklärung. Dafür gibt der Experte ein Beispiel. „Wechselkursgewinne bei Fremdwährungsanlagen werden wie Veräußerungsgewinne besteuert und müssen vom Steuerpflichtigen selbst berechnet werden. Entsteht dadurch ein Fehler bei der Veranlagung in Höhe 100.000 Euro, kann das bereits strafrechtliche Konsequenzen haben, auch wenn die Steuererklärung guten Gewissens erstellt wurde.“ WKGT nehme in solchen Konstellationen die Rolle des unabhängigen Beraters ein, der fehlerfreie Steuererklärungen ermöglicht, die nationale und internationale Gesetzgebung im Auge behält und offen in die Diskussion bei schwierigen Punkten tritt. Jörg Eigelshoven bezeichnet seine Gesellschaft beim Vermögenscontrolling als eine Art Schiedsrichter. „Wir spielen nicht mit, sondern bewerten die Vorgänge und fassen die Informationen zusammen, um die Aufmerksamkeit des Vermögensinhabers auf mögliche fragliche Punkte zu richten. Unsere Aufgabe ist weder die Vermögensverwaltung noch die Steuer- oder Rechtsberatung. Sehr wohl aber hinterfragen wir die Entscheidungen der jeweiligen Berater im Sinne des Eigentümers und gehen dabei immer auch in die Details.“ Das heißt konkret: Hat ein Vermögensverwalter mit einem sehr Aktien-orientierten Ansatz trotz einer allgemein guten Marktentwicklung ein schlechtes Jahr hingelegt, analysieren die WKGT-Vermögenscontroller die Einzel-Investments, um festzustellen, wie es zu der schlechten Performance gekommen sein könnte. Ein Ergebnis kann dann sein, dass die falschen Aktien ausgewählt wurden. „Dies teilen wir dann dem Vermögensinhaber mit, damit er seine Konsequenzen daraus ableiten kann. Ziel ist es, ihm die notwendigen Informationen an die Hand zu geben, damit er Folgeinvestitionen besser strukturieren kann“, sagt der Senior-Partner.

Oder das Cash Flow-Reporting: Vermögensanlagen können einen umfangreichen Zahlungsverkehr auslösen, der strukturiert, überprüft und dokumentiert werden muss. Aus der Zeichnung von Beteiligungen, aus Zusagen von Darlehen oder laufenden Projekten im Immobilienbereich ergeben sich Zahlungsverpflichtungen, die in einer Cash Flow-Planung aufzunehmen sind, um die Liquidität im Griff zu behalten. Jörg Eigelshoven betont, dass Warth & Klein mit dem Vermögenscontrolling keinen der typischen Berater vom Tisch dränge. „Vermögende Familien haben schon allein wegen des meist unternehmerischen Kontextes versierte Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte an Bord. Das soll auch immer so bleiben. Wir werden direkt vom Vermögensinhaber hinzugezogen, um Spezialthemen und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, nicht als allgemeiner Ratgeber.“

Von Patrick Peters

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