+
Weiter steigende Weltmarktpreise für Nahrungsmittel befürchten die Experten. Die Produktion, zum Beispiel von Mais, müsse deshalb erhöht werden, heißt es.

Experten warnen vor Preisspirale bei Nahrungsmitteln

Rom - Die Preisspirale bei Nahrungsmitteln dreht sich seit einem halben Jahr weltweit wieder gefährlich in die Höhe - und 2011 könnte es noch dramatischer werden. Die Experten befürchten neue "Liefer-Schocks".

Die internationale Gesamtrechnung für Nahrungsimporte dürfte 2010 - erstmals seit dem Krisenjahr 2008 mit seinen Rekordpreisen - über eine Billion Dollar (732 Milliarden Euro) betragen.

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom sieht das als eine Warnung an. Denn sie befürchtet neue “Liefer-Schocks“ im kommenden Jahr, sollte die Produktion vor allem von Mais, Sojabohnen und Weizen nicht massiv erhöht werden.

“Der Druck auf die Weltmarktpreise der meisten Grunderzeugnisse lässt nicht nach, die Verbraucher werden womöglich keine große Wahl haben und die höheren Preise bezahlen müssen“, so die FAO in ihrem am Mittwoch in Rom veröffentlichten Halbjahresbericht zur Preisfront. Denn dazu kommt, dass sich nicht allein wetterbedingte Missernten, Einschränkungen mancher Exportländer und die Währungsschwankungen im letzten halben Jahr negativ niedergeschlagen haben.

Auch die globalen Getreidebestände drohen dadurch rapide abzunehmen, und zwar um 7 Prozent: In den Lagern werden weniger Gerste, Mais und Weizen sein. So sind die Schätzungen zur weltweiten Getreideproduktion - anders als noch im Halbjahresbericht vom Juni - jetzt negativ: Sie wird nicht etwa um 1,2 Prozent zunehmen, sondern um 2 Prozent schrumpfen. Nur die Reis-Reserven dürften um 6 Prozent zulegen, schätzt die FAO.

Während die Zahl der Hungernden weltweit in diesem Jahr auf etwa 925 Millionen Menschen gesunken ist, sind es doch wieder die ärmsten Ländern, die unter der Preisspirale besonders leiden: Um 11 Prozent steigt ihre Importrechnung für Nahrungsmittel. Vor allem Zucker hat dem FAO-Bericht zufolge in den vergangenen Monaten die Preise für den Nahrungsmittelkorb der Welt steigen lassen: “Die Zuckerpreise überstiegen vor kurzem ein 30-Jahre-Hoch, und sie bleiben hoch und unberechenbar.“

dpa 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirtschaft: Neue Regierung rasch bilden und mehr investieren
Wenn Unternehmen und Märkte eines nicht mögen, dann längere Unsicherheit und politische Risiken. Nach der Bundestagswahl ruft die Wirtschaft zu einer raschen …
Wirtschaft: Neue Regierung rasch bilden und mehr investieren
Börse schüttelt Bundestagswahl rasch ab
Frankfurt/Main (dpa) - Entspannt hat der deutsche Aktienmarkt auf die hohen Verluste der großen Koalition und den Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl reagiert.
Börse schüttelt Bundestagswahl rasch ab
EU-Defizitverfahren gegen Griechenland offiziell beendet
Lange war Griechenland der größte Wackelkandidat, wenn es um die Zukunft der Eurozone ging. Aber auch in der gesamten EU gab es Sorgen um Athens Haushaltslage. Eine …
EU-Defizitverfahren gegen Griechenland offiziell beendet
Uber-Chef entschuldigt sich nach Rausschmiss in London
London (dpa) - Nach dem Rauswurf in London zeigt der neue Chef des umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber Reue. "Im Namen von allen bei Uber weltweit entschuldige ich …
Uber-Chef entschuldigt sich nach Rausschmiss in London

Kommentare