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Leben von Hartz IV oder anderen Sozialleitungen: Fast jeder zehnte Menschen in der Bundesrepublik ist davon mittlerweile betroffen.

Immer mehr Empfänger der Mindestsicherung 

Fast jeder Zehnte muss mit dem Minimum kalkulieren

Wiesbaden - Ob Hartz IV oder Asylbewerberleistungen - fast jeder zehnte Mensch in Deutschland erhielt Ende vergangenen Jahres staatliche Hilfe zur Mindestsicherung.

Armutsinseln Berlin und Bremen, wohlhabende Bayern und Baden-Württemberger: Knapp acht Millionen Menschen in Deutschland haben Ende 2015 soziale Mindestsicherungsleistungen erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag weiter mitteilte, entspricht das einem Anteil von 9,7 Prozent der Bevölkerung. Ein Jahr zuvor hatten knapp 7,4 Millionen Menschen Hilfen erhalten.

Nahezu drei Viertel von ihnen sind Hartz-IV-Empfänger

Zu dem Anstieg trug vor allem die starke Zunahme leistungsberechtigter Asylbewerber bei - ihre Zahl wuchs von 363 000 im Jahr 2014 auf rund 975 000 Ende vorigen Jahres. Damit erhielten Asylbewerber insgesamt 12,2 Prozent des Geldes für eine soziale Mindestsicherung. Gut 5,9 Millionen Menschen und damit 73,1 Prozent aller Hilfsempfänger erhielten Hartz-IV-Leistungen. Grundsicherung im Alter und Sozialhilfe erhielten gut eine Million Menschen. Das entsprach einem Gesamtanteil von 13 Prozent.

Überdurchschnittlich hoch war die Zahl der Empfänger in Berlin, wo fast jeder Fünfte (19,4 Prozent) Geld zur Mindestsicherung erhielt sowie in Bremen (18,5 Prozent). Ganz anders war die Lage in Bayern und Baden Württemberg: Dort erhielten nur 5,2 beziehungsweise 6,0 Prozent der Einwohner Mindestleistungen für ihren Lebensunterhalt. Auch Rheinland-Pfalz lag mit 7,8 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. Die zahlenmäßig größte Gruppe von Hilfsempfängern, nämlich 2,1 Millionen Menschen, lebte in Nordrhein-Westfalen, wo ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei zwölf Prozent lag.

dpa

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