Buße für Hypothekendeal

Faule Wertpapiere: Citigroup zahlt Milliarden

New York - Wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere muss die US-Großbank Citigroup umgerechnet rund 5,1 Milliarden Euro zahlen, um einer Strafverfolgung zu entgehen.

Die US-Großbank Citigroup steht mit einem milliardenschweren Bußgeld für dubiose Geschäfte mit Immobilienkrediten im Vorfeld der Finanzkrise gerade. Das Geldinstitut teilte am Montag mit, es habe sich mit dem US-Justizministerium auf eine Zahlung von sieben Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro) geeinigt. Darin enthalten seien auch Hilfen für überschuldete Hausbesitzer. Die Einigung drückte den Gewinn der Bank im zweiten Quartal erheblich.

Die Citigroup erklärte sich nach eigenen Angaben mit einem Bußgeld in Höhe von vier Milliarden Dollar einverstanden. Weiterhin sei eine Zahlung von insgesamt 500 Millionen Dollar an den US-Einlagensicherungsfonds FDIC und verschiedene Strafverfolgungsbehörden vereinbart worden. Darüber hinaus sollen mit 2,5 Milliarden Dollar Hausbauer auf verschiedene Weise entschädigt werden, etwa durch Erleichterungen bei der Abzahlung von Krediten.

Angesichts der Verfehlungen der Citigroup sei die Strafe "angemessen", erklärte US-Justizminister Eric Holder. "Die Aktivitäten der Bank haben stark zu der Finanzkrise beigetragen, die unsere Wirtschaft 2008 verwüstet hat." Holder erklärte, dass die Citigroup "sicherlich nicht die letzte" Bank gewesen sei, die wegen ihrer Mitschuld an der Krise zur Rechenschaft gezogen werde.

Der Großbank war vorgeworfen worden, auf schlecht abgesicherten Immobilienkrediten basierende Hypothekenpapiere vertrieben zu haben, ohne die Risiken offenzulegen. Ab 2007 hatten in den USA immer mehr einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen können, während die faulen Kredite zu Wertpapieren gebündelt und von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Nach dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 lösten diese CDO genannten Wertpapiere in einer Kettenreaktion eine weltweite Finanzkrise aus. In den USA mussten viele Menschen ihre Häuser zwangsversteigern oder blieben auf hohen Schulden sitzen, während die gekauften Immobilien deutlich an Wert verloren haben. Investoren verloren mit den CDO-Anlagen Milliardensummen.

US-Justizministerium wollte ursprünglich zwölf Milliarden Dollar

Die gütliche Einigung setzt nun den Schlusspunkt unter monatelange Verhandlungen, in denen die US-Behörden der Citigroup mit Strafverfolgung gedroht hatten. Das US-Justizministerium hatte ursprünglich zwölf Milliarden Dollar verlangt. Citigroup war in die Verhandlungen mit einem Angebot von 363 Millionen Dollar gegangen.

In den am Montag vorgelegten Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal schlug die Vereinbarung kräftig zu Buche: Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 96 Prozent auf 181 Millionen Dollar. Die Einigung sei aber "im besten Interesse der Anteilseigner" und erlaube es der Großbank, den Blick in die Zukunft zu richten, erklärte Citigroup-Chef Michael Corbat.

Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte die US-Bank JPMorgan Chase im vergangenen Jahre eine Strafe von 13 Milliarden Dollar akzeptiert. Die Bank of America verhandelt mit den US-Behörden ebenfalls über einen Vergleich; von ihr werden 17 Milliarden Dollar gefordert. Im Zusammenhang mit der Immobilienkrise mussten rund ein Dutzend US-Banken seit 2012 bereits mehr als 80 Milliarden Dollar an unterschiedlichen Strafen zahlen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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