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Faurecia-Affäre zieht immer weitere Kreise

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- München - Der Schmiergeldskandal in der Automobilindustrie weitet sich immer mehr aus. Nach den erst jetzt bekannt gewordenen Verhaftungen von Einkaufsmanagern bei VW, Audi und BMW haben deutsche Staatsanwälte auch ein Ermittlungsverfahren gegen den Vorstandschef des französischen Zulieferkonzerns Faurecia, Pierre Lévi, eingeleitet.

 Zwei zuverlässige Quellen, die nicht genannt werden wollen, bestätigten der Nachrichtenagentur einen entsprechenden Bericht von "Focus Online".

Danach sollen Faurecia-Manager in Deutschland ihren Vorstandsvorsitzenden über Schmiergeldzahlungen informiert haben. Faurecia ist mit 60 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 11 Milliarden Euro nach Bosch der zweitgrößte Automobilzulieferer in Europa. Die Staatsanwaltschaften in Frankfurt und München verdächtigen Faurecia, Einkäufer bei VW, Audi und BMW jahrelang mit insgesamt mehreren Millionen Euro geschmiert zu haben.

Der Münchner Staatsanwalt Anton Winkler sagte, ein seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzender Abteilungsleiter der BMW-Einkaufsabteilung habe offenbar bei mehreren Zulieferfirmen die Hand aufgehalten, darunter auch bei Faurecia. Dabei sei es um Aufträge für den 3er-BMW gegangen. Die Staatsanwaltschaft habe im Mai zwei Faurecia-Niederlassungen durchsucht und gegen vier leitende Mitarbeiter Ermittlungen eingeleitet. Außerdem werde auch gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des BMW-Managers ermittelt.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 20 Personen. Ein Faurecia- und ein Audi-Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft, ein weiterer Faurecia-Mitarbeiter wurde nach einem umfassenden Geständnis wieder freigelassen. Der Zulieferer soll spätestens seit 1998 Schmiergelder von zuletzt 600 000 bis 800 000 Euro jährlich an Einkäufer deutscher Autokonzerne gezahlt haben.

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