Fehler in vielen Lohnsteuer-Programmen

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München - Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland (LHRD) warnt vor einem Fehler in vielen Lohnsteuer-Programmen, der den Steuerzahler teuer kommen kann.

So würden die meisten Arbeitgeber-Programme die neue Steuerentlastung bei der Krankenversicherung – sie gilt seit Anfang 2010 – bei der Erstellung der Lohnsteuerbescheinigungen nicht korrekt berücksichtigen. Dies könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Steuerzahler für 2010 bis zu 1000 Euro zu viel an den Fiskus zahlt.

„Betroffen sind Steuerzahler, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind und mehr als 45 000 Euro brutto im letzten Jahr verdient haben“, erklärt LHRD-Steuerexperte Rudolf Gramlich. Ihre abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen sind meist weitaus höher als ausgewiesen.

Hintergrund ist das sogenannte Bürgerentlastungsgesetz zur Krankenversicherung. Damit können seit Anfang 2010 Versicherungsbeiträge stärker von der Steuer abgesetzt werden. Der Arbeitgeber ist seitdem verpflichtet, die Sozialversicherungsbeiträge in der Lohnsteuerbescheinigung einzeln aufzuführen.

Diese neuen Eintragungen erscheinen in der Lohnsteuerbescheinigung in den Zeilen 25 bis 28. Hier versteckt sich auch der Fehler: Meist werden in den Zeilen 25 und 26 nur die vom Arbeitnehmer gezahlten Beiträge bestätigt. Tatsächlich müsste jedoch die Summe aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteilen eingetragen sein. Verantwortlich für die falschen Werte seien die Computerprogramme, so Gramlich. Das fatale: Die fehlerhaften Zahlen aus der Lohnsteuerbescheinigung werden meist ungeprüft für die Steuererklärung übernommen. Das heißt für den Steuerzahler: Er überweist zu viel an den Fiskus.

Wie erkenne ich, ob ich von der Computerpanne betroffen bin? Die Summe aus den Zeilen 25 und 26 muss in etwa den doppelten Betrag ergeben, der in Zeile 24 steht. Ist dies nicht der Fall – zunächst am besten beim Arbeitgeber nachfragen. Im Zweifelsfall sollte man sich an einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein wenden.

sha

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