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Um Fehlinvestition zu vermeiden: Gesundheitsreform abwarten

- Eines ist klar - die Kosten für die Gesundheit werden weiter steigen und damit auch der Preis, den die Krankenversicherten zahlen müssen. Dafür gibt es zwei Wege: entweder über höhere Beiträge oder bestimmte Leistungen werden nicht mehr von der Kasse bezahlt. Diese Leistungen wird dann der Patient aus eigener Tasche zahlen müssen - so wie er jetzt schon Zahnersatz teilweise selbst bezahlen muss. Oder er schließt dafür eine Zusatzversicherung ab.

<P>Aber mit dem Abschluss von Zusatzverträgen zu ihrer Krankenversicherung sollten Verbraucher derzeit noch warten, bis die Gesundheitsreform Gesetz geworden ist. "Ansonsten geht der Verbraucher mit der Zusatzversicherung eine Verpflichtung ein, ohne zu wissen, was später Sache ist", sagt Hedwig Telkamp, Versicherungsexpertin von der Verbraucherzentrale Bayern in München.<BR>Die bislang am Markt angebotenen Policen könnten die geplanten Einschnitte der Gesundheitsreform nicht auffangen, sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. "Sie versichern nur solche Leistungsinhalte, die derzeit nicht von der Kasse abgedeckt werden." <BR><BR>Die gegenwärtig erhältlichen Zusatzversicherungen zum Zahnersatz übernehmen nur die Differenz zu den maximal 65 Prozent, die die Kasse dazuzahlt. Da die Krankenkassen von 2005 an jedoch innerhalb des normalen Leistungsspektrums gar nichts mehr zum Zahnersatz dazuzahlen sollen, sei eine jetzt abgeschlossene Zusatzversicherung dann ungeeignet. "Auch kann es ja sein, dass bestimmte Zusatzversicherungen in der gesetzlichen Kasse zur Pflicht werden", so Wortberg. Wer jetzt übereilt einen privaten Vertrag abschließt, müsse ihn dann später mühsam wieder kündigen. <BR><BR>Manche Versicherungsunternehmen bieten Komplettpakete an - aber auch das sei möglicherweise noch verfrüht. Selbst wenn Zusatzzahlungen für Rezepte oder Brillen, die künftig nur noch in Ausnahmefällen von den gesetzlichen Kassen erstattet werden sollen, im Komplettpaket enthalten sind, könnten angesichts der noch laufenden Diskussion weitere Lücken hinzukommen. Zugleich warnte Wortberg auch vor einem übereilten Wechsel in die private Krankenvollversicherung: "Da wird jetzt mit Lockvogeltarifen gerade um junge Leute geworben." Dieser Schritt sollte erst nach umfassender Beratung in Erwägung gezogen werden, da er später nicht einfach rückgängig gemacht werden kann. </P><P>Angesichts der jetzt schon bestehenden großen Preis- und Leistungsunterschiede sollte unbedingt gewartet werden, bis Tarifvergleiche vorliegen. Parallelen zur Anfangszeit der "Riester-Rente" seien unübersehbar, sagte Wortberg. Kaum hätten die ersten Diskussionsentwürfe auf dem Tisch gelegen, habe die Versicherungsbranche eine massive Werbekampagne gestartet. "Da wurden dann die, die es besonders eilig hatten, abgeschöpft." Später habe sich dann gezeigt, dass manche übereilt abgeschlossenen Verträge gar nicht förderungswürdig waren.<BR><BR>Zusatzversicherungen werden derzeit hauptsächlich für die stationäre Behandlung im Krankenhaus (Ein-Bett-Zimmer, Chefarzt) und für Zahnersatz, Brillen und Heilpraktikerbesuch abgeschlossen. "Ob so etwas sinnvoll ist, kann schwer beantwortet werden", sagt Telkamp. Es sei eine Frage der subjektiven Befindlichkeit, ob man mit jemandem das Krankenzimmer teilen möchte oder nicht. <BR>Bei Brillen oder Zahnersatz ist es einfacher. "Das kommt nicht unvorhergesehen", so Telkamp. Dafür könne man genauso wie für ein neues Auto Rücklagen bilden.<BR></P>

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