,Feier-Tage und ,Glücklich-Paket: Auto-Rabatte auf Höchstniveau

- Frankfurt - Beim Autokauf sind Preislisten seit Jahren Makulatur. Sie dienen dem Käufer gerade mal als Orientierung beim Feilschen um einen möglichst hohen Rabatt. Gerade derzeit haben Preisnachlässe und Angebote einen Höhepunkt erreicht. Denn in vielen Autohäusern blieben die Schauräume seit Jahresbeginn gähnend leer.

Die Anhebung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel hat die Preise in die Höhe getrieben. Viele Privatleute hatten sich deswegen im alten Jahr noch ein Fahrzeug zum ermäßigten Steuersatz gesichert und im Schnitt 700 Euro gespart. Der Absatz knickte daraufhin im Januar und Februar um 13 Prozent und im März um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Diese Kaufzurückhaltung und die hohen Listenpreise machen die Händler jetzt im Frühling rabattfreudig.

"Nach dem Einbruch des Autoabsatzes sind die Händler unter Druck geraten, die Bestände zu verkaufen", sagt der Autoexperte der Deutschen Bank, Eric Heymann. Nach seinen Worten hat nicht nur die Mehrwertsteuerdelle zu einem Absatzminus geführt, sondern auch die hohen Listenpreise, die wegen neuer Technik-Extras und Sicherheitsfeatures ständig steigen.

Im Schnitt gibt es nach einer Studie des Center Automotive Research (CAR) in Gelsenkirchen derzeit 18 Prozent Rabatt auf den Listenpreis - ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Andere Experten sprechen von mindestens mehr als 12 Prozent Nachlass. Die Spanne reicht von null Rabatt für einen gefragten Porsche 911 bis hin zu satten 29 Prozent für die Großraumlimousine Citroen Xsara Picasso, die in die Jahre gekommen ist (siehe Interview).

Die Autobauer setzen auf die Geiz-ist-Geil-Mentalität der Kunden - allerdings zu Lasten ihrer Margen. "Die Rabattitis ist ein schleichendes Gift", klagt der Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, Helmut Blümer. "Die Käufer sind verwöhnt worden - und der Autoverkauf ohne Rabatt ist heute eine Illusion." Deshalb setzen immer mehr Autohändler auf Pakete inklusive Versicherung, günstiger Finanzierung und verlängerter Garantie. Solche Angebote gibt es etwa bei den Volumenherstellern VW ("Jubiläumspaket" mit vier Jahren Wartung) und Opel ("Starthilfe"). Aber auch der Kleinwagenhersteller Peugeot ("Rundum glücklich Paket") und Fiat ("Fiat 4 You") locken damit Kunden.

Auf diese Weise kommen die Händler über die Runden. "Pakete sind für alle Beteiligten ein gutes Geschäft", sagt Blümer, dessen Verband die meisten Autohändler und -werkstätten vertritt. Ein Händler mache etwa die Hälfte seines Geschäfts beim Verkauf, die andere Hälfte aber mit den Folgegeschäften. Dazu zählen Ersatzteile, der Service und die Finanzierung.

Aber nicht jeder Rabatt ist ein Vorteil für den Kunden. Problematisch wird es dann, wenn später die Erlöse für den gebrauchten Wagen niedriger ausfallen. Restwerte in Leasingverträgen stimmen unter Umständen nicht mehr. "Der Wiederverkaufswert sinkt - da sind viele Verbraucher gekniffen, wenn sie nicht vorher den maximalen Rabatt rausgeholt haben", sagt Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Zudem seien Pakete oft unübersichtlich und nicht mehr durchschaubar.

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