Ifo feiert: Konjunktur zieht endlich an

- München - Hans-Werner Sinn verkündete die frohe Botschaft: "Wir haben ein Weihnachtsgeschenk", erklärte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. "Die Konjunktur zieht nun tatsächlich an." Für das kommende Jahr erwarten die Volkswirte ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,7 Prozent. Damit ist Deutschland nicht mehr Schlusslicht in Europa. Viele neue Arbeitsplätze würden dadurch aber nicht entstehen.

Das weltweite Wirtschaftswachstum lag im vergangenen Jahr bei 5,1 Prozent. "Mit einem Jahr Verzögerung überträgt sich dieser Super-Boom nun auch auf Europa und Deutschland", erklärte Sinn. Die Weltwirtschaft wachse 2006 wie schon heuer mit einer Rate von 4,3 Prozent. Angesichts dieses günstigen Umfelds werde der Export weiterhin die Stütze der deutschen Konjunktur sein. Doch auch die Binnennachfrage zieht nach Ifo-Einschätzung im kommenden Jahr an.

Die Investitionen in Anlagen sollen um 2,9 Prozent steigen. Das sei von zentraler Bedeutung: "Die Investitionsgüternachfrage macht die Konjunktur." Die Kauflust der privaten Haushalte bleibt dagegen mäßig. Ein Plus von 0,3 Prozent erwartet Sinn hier. Und das ist größtenteils dadurch begründet, dass in der zweiten Jahreshälfte kräftig eingekauft wird, bevor 2007 die Mehrwertsteuer steigt. "Der private Konsum lässt zu wünschen übrig", sagte der Ifo-Präsident.

Mit der Wachstumsrate von 1,7 Prozent wäre Deutschland im kommenden Jahr nicht mehr Europas Konjunkturbremse. Italien (1,1 Prozent) und Portugal (1,5 Prozent) werden laut Ifo niedrigere Quoten haben. Allerdings ergeben sich nur geringe positive Impulse für den Arbeitsmarkt. Saisonal bedingt rechnet das Münchner Institut zu Jahresbeginn mit mehr als fünf Millionen Arbeitslosen. Der Stellenabbau werde etwas gebremst. Insgesamt sei mit einer "leichten Verbesserung am Arbeitsmarkt" zu rechnen.

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