BMW feiert sein Familienfest: 2004 soll ein Rekordjahr werden

- München - Es dürfte nicht viele Unternehmenschefs in Deutschland geben, die einer Hauptversammlung so entspannt entgegenblicken können wie die von BMW. Keine stundenlangen Schimpfkanonaden der Aktionäre, keine Vorwürfe von Investmentfonds und keine Mitarbeiter-Proteste: Bei BMW haben sich Anleger und Vorstand mit viel Lob und guten Neuigkeiten beschenkt. 2004 soll ein Rekordjahr werden.

<P>Im Umlauf der Olympiahalle stehen die Kleinaktionäre vor der geöffneten Motorhaube eines Rolls-Royce Schlange, um in den aufgerissenen Schlund des silber-grauen Giganten zu blicken oder hinter dem Lenkrad eines Mini Probe zu sitzen. Der erste Applaus brandet durch die Halle, als ehemalige Aufsichtsräte begrüßt werden, und man erhebt sich zu Ehren verstorbener Mitarbeiter und Pensionäre. </P><P>Die "familiäre Atmosphäre" lobt ein Anteilseigner später, die er - aus Österreich angereist - bei keinem anderen Unternehmen erlebt habe. Diese Atmosphäre lebt vor allem vom guten Geschäft, das sich mit der weiß-blauen Premiummarke machen lässt - und von dem die Aktionäre heuer besonders profitieren.<BR><BR>Um zwölf Prozent erhöht das Unternehmen die Dividende. 58 Cent je Stammaktie und 60 Cent je Vorzugsaktie werden gezahlt, nachdem BMW 2003 einen Bilanzgewinn von 392 Millionen Euro auswies. 1,1 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce hat der Münchner Autobauer abgesetzt. </P><P>2004 sollen es noch mehr sein. "Während die letzten Jahre von hohen Vorleistungen für unsere Produkt- und Marktoffensive geprägt waren, sind wir nun in eine Phase der Rückflüsse eingetreten, eine Phase des Erntens", sagte der Vorstandsvorsitzende Helmut Panke. "Wir werden mit allen drei Marken neue Spitzenwerte beim Absatz erzielen. Und auch beim Ergebnis werden wir einen neuen Spitzenwert erreichen."</P><P>Panke nannte BMW unter dem Beifall der 4500 Aktionäre "eines der profitabelsten Unternehmen der Welt" und versprach neue Expansion: "Wir sehen durchaus weiteren Spielraum bei neuen Fahrzeugkonzepten. Und wir sehen Potentiale für die Eroberung junger, aufstrebender Märkte." Der im Herbst erscheinende 1er, mit dem BMW in die Golfklasse vorstößt, soll im kommenden Jahr mehr als 100 000 mal verkauft werden. Zudem stehe ein "Van" im Raum.<BR><BR>Die Aktionärsvertreter schlossen sich der Festtags-Stimmung an. "Klasse Entwicklung 2003, vielversprechender Ausblick 2004, erhöhte Dividende", zählte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auf. "Danke für die gute Arbeit. Machen Sie weiter so", rief sie Vorständen und Aufsichtsräten zu. Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger lobte, dass in der Führungsetage Ruhe herrsche und es keine Probleme gebe wie bei manchem Wettbewerber im Schwäbischen.<BR><BR>Aufsichtsrats-Chef Volker Doppelfeld hat den Vorsitz in dem Kontrollgremium an den ehemaligen BMW-Lenker Joachim Milberg abgegeben. Doppelfeld geht aus Altersgründen in seine letzte Amtszeit als Mitglied des Aufsichtsrats. "Wir sind scharfe Kritiker, wenn ein Vorstandsvorsitzender in den Aufsichtsrats-Vorsitz wechselt. </P><P>Aber hier ist das ganz anders", kommentierte Anlegerschützer Schneider. Er verwies auf die mehrjährige Phase zwischen beiden Ämtern Milbergs und auf dessen Verdienste für BMW. "Das ist sogar ein gutes Modell."<BR></P>

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