Felgenhersteller BBS schließt Stammsitz

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Schiltach (dpa) - Der Felgenhersteller BBS schließt seinen Stammsitz in Schiltach und verlegt seinen Sitz nach Herbolzheim. Darüber sei die Belegschaft am Freitag vom belgischen Eigentümer Punch International informiert worden, bestätigte die IG Metall entsprechende Medienberichte.

Produktion, Verwaltung, Entwicklung und Motorsportzentrum sollen künftig in Herbolzheim konzentriert sein, sagte Reiner Neumeister von der Freudenstädter IG Metall am Samstag. Von der Schließung sind laut Gewerkschaft mehr als 250 Mitarbeiter betroffen. Sie sollen die Chance haben, am anderen, etwa 90 Kilometer entfernten Standort weiterzuarbeiten.

Die IG Metall kündigte Protest gegen die Schließung an. "Wir wollen so viel wie möglich Arbeitsplätze in Schiltach halten - im Interesse der Arbeitnehmer und der Region", sagte Neumeister. Belegschaft und Gewerkschaft fühlten sich getäuscht durch das Vorgehen des Eigentümers. "Wir haben uns vor einem Jahr bewusst für Punch International entschieden, weil er zugesichert hatte, beide Standorte zu erhalten", schilderte der Gewerkschafter. Das Unternehmen müsse sich auf einen harten Konflikt einstellen.

Punch International hatte den insolventen Felgenhersteller Ende Juni 2007 gekauft. Damals hatte der neue Eigentümer aus Belgien den Erhalt von 480 Arbeitsplätzen in Schiltach und Herbolzheim zugesichert. Nach Angaben der Gewerkschaft erhielten damals alle Arbeitnehmer neue Verträge. "Daraus ergibt sich nun eine außerordentlich schwierige Situation", sagte Neumeister. Keiner der Beschäftigten könne noch auf eine langjährige Betriebszugehörigkeit verweisen.

Ursprünglich hatten für die frühere BBS Kraftfahrzeugtechnik AG in Deutschland rund 830 Menschen gearbeitet, davon 580 am Hauptsitz in Schiltach.

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