Ferien nutzen und den Tank füllen

München - Es gleicht einem Roulette-Spiel: Wann ist der beste, also kostengünstigste Zeitpunkt, den Heizöltank für die kommende Heizperiode zu füllen? Derzeit sieht es gar nicht schlecht aus.

Seit etwa vier Wochen geht es mit dem Heizölpreis abwärts - kein einmaliges Stolpern, sondern ein Trend, meint Oliver Klapschus, Sprecher von Heizöl24. Der bundesweite Schnitt lag gestern bei 82,70 Euro, vor einem Monat waren es noch 94,86 Euro pro 100 Liter Standard-Heizöl bei Abnahme von 3000 Litern. Dabei hätte der Rückgang noch stärker ausfallen können, wäre der Euro nicht gleichzeitig ebenfalls gesunken.

"Die Verbraucher machen es genau richtig und beobachten die Märkte", sagt er. Das mache es allerdings umso schwieriger vorherzusagen, wann die nächste große Bestellwelle anrollt und den Preis wieder nach oben drückt. "Nach den Sommerferien könnte es wieder so weit sein", meint Klapschus. Sinnvoll sei es daher, jetzt gleich zu bestellen oder erst wieder im Spätherbst.

Die Entwicklung des Rohölpreises an den Börsen diene dabei als Anhaltspunkt. Der Konflikt in Georgien ließ die Preise gestern nur kurzfristig auf 117 Dollar pro Barrel (159 Liter) ansteigen. An der Handelsbörse in New York pendelte sich die Sorte "light sweet crude" im Vormittagshandel unter 114 Dollar ein - der niedrigste Stand seit Anfang Mai.

"Der absolute Super-Gau wäre eine Eskalation der Konflikte in sehr viel sensibleren Regionen wie Nigeria oder Iran", sagt Klapschus. Aber auch Wirbelstürme, die Produktionsanlagen in den USA zerstören könnten, wirken sich fatal aus. "Die Börse reagiert in solchen Fällen innerhalb weniger Minuten, der Handel zieht innerhalb weniger Stunden nach." Verbraucher müssen sich daher ebenfalls schnell entscheiden.

Kein Widerrufsrecht

"Ist die Bestellung aufgegeben, ist der Preis fest", erklärt der Sprecher, auch wenn die Lieferung erst drei Wochen später erfolgt und sich der Preis in dieser Zeit verändert. "Das sonst übliche 14-tägige Widerrufsrecht greift hier nicht", sagt Klapschus. Trotzdem fühlen sich derzeit viele Verbraucher nicht mehr an ihre Bestellungen von voriger Woche gebunden, als der Heizölpreis auf 100 Liter im Schnitt noch vier Euro teurer war. "Viele Händler zeigen sich allerdings kulant und nehmen eine Neubestellung gegen Stornogebühren an", weiß Klapschus.

Als Gruppe sparen

Günstiger wird die Heizölbestellung, wenn sich mehrere Haushalte zusammenschließen. Bis zu 50 Euro könne sich so jeder sparen, meint Klapschus. Allerdings nur in kleineren Gruppen von drei bis vier Haushalten. "Der Spar-Effekt liegt in den Anfahrtskosten", sagt er und die würden in der Regel nicht weniger, je mehr Haushalte sich zusammenschließen.

Qualitäts-Heizöl

"Heizöl muss in Deutschland immer der DIN 51603 entsprechen", erklärt Klapschus. Für Billig-Öl seien ihm hierzulande keine Bezugsquellen bekannt. Nach einer Tankreinigung wiederaufbereitetes Heizöl sei sehr kritisch zu bewerten, weil es darauf keine Gewährleistung gebe und es den Brenner schädige.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel: Keine Fusion von Banken- und Versicherungsaufsicht
Die Kapitalmarktunion ist für die EU-Kommission eines der wichtigsten Ziele - einheitlichere Bedingungen auf den Finanzmärkten des Kontinents. Dazu setzt die Brüsseler …
Brüssel: Keine Fusion von Banken- und Versicherungsaufsicht
Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen
Lange haben Thyssenkrupp und Tata verhandelt, nun gibt es eine Absichtserklärung: die Konzerne wollen ihre europäischen Stahlsparten zusammenlegen. Hintergrund sind …
Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen
Handel mit HTC-Aktien für "wichtige Ankündigung" ausgesetzt
Taipei (dpa) - Der Handel mit Aktien des Elektronik-Konzerns HTC wird inmitten von Spekulationen über einen Verkauf des Smartphone-Geschäfts an Google ausgesetzt.
Handel mit HTC-Aktien für "wichtige Ankündigung" ausgesetzt
Finnischer Energiekonzern Fortum greift nach Uniper
Essen/Helsinki (dpa) - Der finnische Energieversorger Fortum will den aus dem Eon-Konzern abgespaltenen deutschen Kraftwerksbetreiber Uniper übernehmen.
Finnischer Energiekonzern Fortum greift nach Uniper

Kommentare