Ferienjobs: So geht kein Cent vom Verdienst an den Fiskus

- Angesichts der trüben Wetteraussichten in Deutschland dürfte es Schülern und Studenten in den bevorstehenden Sommer- und Semesterferien nicht allzu schwer fallen, statt auf der faulen Haut zu liegen das Taschengeld mit einem Ferienjob aufzubessern. Damit kein Cent von dem hart verdienten Geld verloren geht, ist es ratsam zu wissen, wann Steuern und Sozialabgaben fällig werden und was es sonst noch Wichtiges zu beachten gibt.

<P>Kurzfristige Arbeit</P><P>Im Regelfall sind Jobs, die Schüler und Studenten ausüben, auf die Ferienzeit begrenzt. Bei den so genannten kurzfristigen Beschäftigungen, die die Zeit von 50 Arbeitstagen beziehungsweise zwei Monate in einem Kalenderjahr nicht überschreiten dürfen, müssen Schüler vom Verdienst keinen Sozialversicherungsbeitrag, das heißt keine Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeträge, abzwacken. Erst bei einer monatlichen Vergütung ab 897 Euro fallen Steuern in der Steuerklasse I (Ledige ohne Kinder) an. Es besteht jedoch die Möglichkeit, diese Steuern zurückzufordern (siehe Jobben auf Steuerkarte).<BR>Studenten, die während der Semesterferien eine kurzfristige Beschäftigung als Vollzeitjob ausüben, sind grundsätzlich nicht verpflichtet, Sozialbeiträge zu zahlen. Voraussetzung ist, dass der Student unmittelbar vor den Ferien gar nicht oder nicht mehr als 20 Stunden in der Woche beschäftigt war.</P><P>Jobben auf Steuerkarte</P><P>Verlangt der Arbeitgeber von den Schülern oder Studenten eine Steuerkarte (nicht bei Mini-Jobs), reduziert sich der Lohn um die jeweils abzuführenden Steuern. Diese können jedoch beim Finanzamt zurückgeholt werden. Dazu kann frühestens am 1. Januar des folgenden Jahres beim zuständigen Finanzamt ein Formular zur Einkommensteuererklärung mit Anlage N angefordert werden. Dies ist schriftlich oder telefonisch möglich. Zudem steht das Formular im Internet zum Runterladen (www.elster.de) zur Verfügung. Es sollte dann fein säuberlich ausgefüllt wieder ans zuständige Finanzamt gesendet werden.</P><P>Mini-Jobs</P><P>Wer eine längerfristige Arbeitsstelle gefunden hat, die die Ferienzeit überschreitet, kann sich die Abgaben (Steuern und Sozialbeiträge) sparen, wenn der monatliche Verdienst 400 Euro nicht überschreitet. Es handelt sich um einen der im April 2003 eingeführten Mini-Jobs. Der Arbeitgeber hingegen muss Beiträge in die Renten- und Krankenversicherung zahlen sowie eine Pauschalsteuer von insgesamt 25 Prozent leisten.</P><P>Dem Ferien-Arbeiter ist es freigestellt, mehrere Mini-Jobs gleichzeitig anzunehmen. In diesem Fall muss er das Entgelt aller Tätigkeiten jedoch zusammenrechnen. Denn auch hier darf die 400-Euro-Grenze nicht überschritten werden. Andernfalls müssen Sozialversicherungsabgaben abgedrückt werden.</P><P>Altersbegrenzung</P><P>Grundsätzlich ist es Jugendlichen ab 15 Jahren erlaubt, in bezahlten Ferienjobs zu arbeiten. Das Jugendschutzgesetz gibt dafür einen Rahmen vor: 15- bis 17-Jährige dürfen höchstens vier Wochen hintereinander an fünf Tagen pro Woche arbeiten. Diese Zeit kann auf das Kalenderjahr verteilt werden. Aber auch dann dürfen es nicht mehr als 20 Arbeitstage sein. Die tägliche Arbeitszeit bei 15-Jährigen ist auf acht Stunden beschränkt und muss zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Ab 16 Jahren darf zwischen 5 und 21 Uhr gearbeitet werden.</P><P>Erst wenn die Volljährigkeit erreicht ist, ist es Schülern erlaubt, einer kurzfristigen Beschäftigung nachzugehen. Allen Schülern ist es in der Regel untersagt, am Samstag, an Sonn- und Feiertagen ihr Geld zu verdienen. Es gibt aber auch Ausnahmen: Beispielsweise wenn mindestens zwei Wochenenden im Monat frei bleiben, dürfen Schulpflichtige auch an solchen Tagen schuften. </P><P>Unfallversicherung</P><P>In allen dieser Fälle ist der Arbeitgeber verpflichtet, Schüler und Studenten gegen Unfälle zu versichern. Der Versicherungsschutz erstreckt sich dabei nicht nur auf die Dienstzeit, sondern auch auf den Weg zum Arbeitsplatz und nach Hause. </P><P>Steuertipps für Ferienjobs gibt es auch im Internet unter www.nvl.de/tipp04/ferien.htm.</P>

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