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Friedrich Joussen, Chef von Vodafone Deutschland, posiert mit der Moderatorin Tanja Bülter (l) und den Schauspielerinnen Jana Pallaske (3.v.l) und Natalia Avelon bei der Premiere von Vodafone TV und Connected Home auf einer Couch.

Fernsehen aus der Telefonbuchse

Berlin - Harte Kampf um Kunden: Als dritter Anbieter in Deutschland bringt Vodafone das Fernsehen übers Internet ins Wohnzimmer. Vodafone TV ist “für die Massen“ gedacht.

“Das wird ein Erlebnis für Jedermann“, kündigt Vodafone-Chef Fritz Joussen vollmundig an. Gleichzeitig stellt er ein für Vodafone-Kunden kostenloses Konzept vor, um verschiedene Geräte im “vernetzten Heim“ zusammenzuführen.

Eine Woche vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) lässt sich Joussen in einem Show-Room im Herzen von Berlin feiern. Wo die Friedrichstraße auf die Spree trifft, zeigt Vodafone die Set-Top-Box fürs neue TV-Angebot, so groß wie ein dicker Laptop, außen weiß und in der Mitte ein schwarzes Band mit Anschlüssen für die unterschiedlichen TV-Signale: Kabel, Satellit, Internet. Als Rekorder enthält die Box eine Festplatte mit einer Kapazität von 320 Gigabyte.

Schon vor drei Jahren, ebenfalls zur IFA, hatte die Deutsche Telekom ihr Internet-Fernsehen gestartet. Dieses “Entertain“-Angebot nutzen nach Firmenangaben bislang 1,3 Millionen Telekom-Kunden. Es setzt eine schnelle Internet-Verbindung mit VDSL voraus - das sind mindestens 25 Megabit pro Sekunde. Vodafone will bereits Kunden mit dem niedrigen DSL-Tempo ab 2 Megabit je Sekunde abholen.

Das reicht zumindest für die Video-Ausleihe, zumal die Daten für die gewünschten Spielfilme über Nacht ins Haus tröpfeln können. Für die ruckelfreie Übertragung der TV-Signale im laufenden Fernsehprogramm sollten es dann aber schon mindestens 6 MBit pro Sekunde sein.

Vodafone setzt auf eine Hybrid-Technologie: Das Fernsehsignal wird nicht nur über die Internetleitung, sondern auch über Satellit und analoges Kabel verbreitet. Damit spart der Netzbetreiber Investitionen und Bandbreite in seinen DSL-Leitungen. Die Erfahrungen mit dem IPTV-Angebot von Arcor hätten gezeigt, dass man dafür enorm große Bandbreiten benötige, erklärte Joussen. “Die Netze daraufhin auszulegen, lohnt sich nie.“

Wenn Vodafone TV rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eingeführt wird, soll es mindestens fünf Senderpakete mit unterschiedlicher Zusammensetzung geben. Ob der Bezahlsender Sky mit seinen Fußballübertragungen dabei sein wird, steht noch nicht fest. Zumindest technisch sei die Box in der Lage, auch die Sky-Programme aufzunehmen, erklärt Entwicklungschef Diego Massidda. Die Übertragungsrechte für die Bundesliga über IPTV liegen bei der Deutschen Telekom.

Joussen hat es sich zum Ziel gesetzt, alle 3,5 Millionen DSL- Kunden von Vodafone mit der neuen Set-Top-Box auszustatten. “Darauf richtet sich unsere Ambition.“ Daneben will Vodafone auch den DSL- Router intelligenter machen: Er soll mit einer Software so ausgerüstet werden, dass alle Arten von digitalen Geräten sich über das drahtlose Funknetz miteinander austauschen können. Das funktioniert mit allen Geräten, die eine Zertifizierung des Herstellerverbands der Digital Living Network Alliance (DLNA) haben.

dpa

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