+
Mit der „Lovebrands“-Aktion von Ferrero können Kunde Punkte sammeln für Prämien. Doch lohnt sich das wirklich?

Punkte sammeln für Prämien

„Zucker- und Fettberge“: Verbraucherzentrale warnt vor Aktion von Ferrero zur Fußball-WM

Ferrero will mit einer großer Sammelaktion zur Fußball-WM bei den Kunden punkten. Doch nicht alle sind begeistert: Die Verbraucherzentrale warnt sogar vor der Teilnahme.

Düsseldorf - Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland steht an. Das ist nicht nur eine tolle Zeit für alle Fußballfans, sondern auch für die vielen Sponsoren, die abseits des Spielfeldes vom großen Geschäft profitieren wollen. Mit großen Marketing-Aktionen stets dabei sind zum Beispiel Coca Cola und Mc Donald‘s - aber auch der italienische Süßwarenhersteller Ferrero, der dieses Jahr mit einer großen Sammelaktion punkten will. Doch dazu kam jetzt heftige Kritik von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Eine „aufwendige Werbeaktion“

„Lovebrands“ heißt die große Sammelaktion, mit der Kunden beim Kauf von Ferrero-Produkten Punkte sammeln und sie später gegen Prämien eintauschen können - zum Beispiel Gläser, Kopfhörer, Rucksäcke oder signierte Fußbälle. Bis jetzt also nichts Ungewöhnliches.

Doch die Verbraucherzentrale NRW kritisiert die Aktion. Auf ihrer Webseite schreibt sie, bei „Lovebrands“ handele es sich um eine „aufwendige Werbeaktion für einen nicht sinnvollen übermäßigen Kauf von Ferrero-Produkten“. Das Problem liege darin, dass die Kunden - darunter seien auch viele Kinder- extrem hohe Mengen dieser Süßigkeiten konsumieren müssten, um an die gewünschten Prämien zu kommen.

Zum Beispiel: Um einen der signierten Fußbälle zu bekommen, braucht ein Kunde 70 Punkte. Ein Glas Nutella (450 Gramm) liefert zwei Punkte, was wiederum bedeutet, dass mindestens 35 Gläser oder 15,75 Kilogramm des beliebten Schokoaufstrichs gekauft (und gegessen) werden müssen, um den Preis zu bekommen. Das Erschreckende daran: Es handelt sich dabei um etwa 85.000 Kilokalorien. Zum Vergleich: Ein zehnjähriges Kind hat einen täglichen Energiebedarf von durchschnittlich 2000 Kilokalorien.

Auch interessant: „Ein Unding“: Produkt nach Minuten weg - Riesen-Ärger bei Lidl

Lohnt sich die Aktion eigentlich?

Doch nicht nur die Gesundheit, sondern auch der Geldbeutel können unter der Sammelaktion leiden: Der Kilopreis bei einem 450-Gramm-Glas Nutella liegt bei 6,20 Euro. Die 35 Gläser, die man für den Fußball bräuchte, kosten damit 97,65 Euro. Zum Vergleich: Ein Fußball der Marke Adidas kostet rund 25 Euro.

Die Verbraucherzentrale NRW hat einen besseren Vorschlag für die Kunden: "Wer sich anlässlich der WM einen Fußball wünscht, ist mit einem aus fairem Handel besser bedient. Ein solcher Ball ist deutlich preiswerter, ohne den Kauf von Zucker- und Fettbergen erhältlich und ein Teil des Erlöses kommt den Menschen in Entwicklungsländern zugute."

Lesen Sie auch: Plötzlich Palmöl in der Nutella-Alternative - jetzt äußert sich Aldi

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Stadtgeländewagen werden immer beliebter - vor allem Limousinen geraten unter Druck. Das merkt auch der Branchenriese Volkswagen. Betriebsratschef Osterloh sorgt sich um …
VW-Betriebsratschef will Emder Werk ausgelastet sehen
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Die Türkei steckt in einer Finanzkrise. Die könnte sich verschärfen nach nochmals schlechteren Noten maßgeblicher Bonitätswächter. Was wiederum Einfluss auf die Kosten …
Ratingagenturen stufen Kreditwürdigkeit der Türkei herab
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Brüssel (dpa) - Kurz vor dem Ende der Euro-Rettungsprogramme für Griechenland hat EU-Kommissar Pierre Moscovici Kritik an der Rolle der europäischen Institutionen …
Griechenland-Hilfen: EU-Kommissar zieht kritische Bilanz
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen
Chinesische Investoren greifen zunehmend nach deutschen Hightech-Firmen - der Bund will nun genauer hinschauen. Wirtschafts-Staatssekretär Bareiß sagt, warum und wie …
Chinas Vormarsch: Staatssekretär für europäische Allianzen

Kommentare