Fest eingebaut oder mobil: Wer mit welchem Navi gut fährt

- Landkarten sind out - und Navigationsgeräte bei der automobilen Orientierung das Maß der Dinge. Schließlich ist es angenehmer, von Pfeilen auf dem Bildschirm und einer freundlichen Stimme aus dem Lautsprecher zum Ziel gelotst zu werden, als mit sperrigem Papier zu hantieren. Das reduziert den Termindruck und das Potenzial für Familienstreitigkeiten auf der Urlaubsfahrt. Doch welche Art der Navigation ist die zweckmäßigste?

Am verbreitetsten unter Fans der satellitengestützten Weisung zum Ziel sind die fest ab Werk eingebauten Systeme der Autohersteller. Doch sie bekommen mittlerweile starke Konkurrenz von Systemen in Taschencomputern, der Navigation mächtiger Handys oder von Nachrüstsystemen. Zu welcher Lösung Orientierungssuchende am besten greifen, kommt auf deren Anforderungen an.

Teure Systeme ab Werk

Neuwagenkäufer, die gegen "Bastellösungen" sind und den Wiederverkaufswert ihres Fahrzeuges steigern wollen, können zur saubersten und teuersten Lösung greifen: das ab Werk eingebaute Navigationsgerät. Es ist optimal ins Auto integriert, die Ansagen erfolgen lautstärkenangepasst über die Radiolautsprecher und es gibt kein vom Nachrüst-Navi verursachtes Kabelgewirr im Interieur. Allerdings ist so ein System nicht gerade preiswert: Bei einem aktuellen 3er-BMW kostet es mindestens 2250 Euro, bei einem VW Golf 1160 Euro - andere Lösungen gibt es hingegen schon für unter 300 Euro.

Neuwagen-Kunden sollten auch einen kritischen Blick in die Zubehör-Preisliste werfen, bevor sie das "Navi" in der Extra-Liste ankreuzen: Aktuelle Navigations-CDs, die man für zuverlässige Orientierung braucht, lassen sich die Auto-Hersteller fast in Gold aufwiegen. Extrem teuer sind oft auch zusätzliche Karten für das Ausland. Ein Karten-Update der Navigations-Software von alternativen Systemen kommt meist billiger.

Radios mit Orientierung

Als Alternative zu den Werksystemen kann man von Firmen wie Blaupunkt auch Autoradios mit Orientierungsfunktion im DIN-Schacht-Format nachrüsten, die günstiger sind. Problematisch ist dabei oft, dass moderne Fahrzeuge keinen DIN-Schacht mehr haben, was den Einbau solcher Geräte umständlich macht. Zudem fehlt solchen Systemen aus Platzgründen häufig der Bildschirm, den serienmäßige Navi-Geräte meist haben. Dafür sind sie billiger: das Blaupunkt Travelpilot E Freestyler etwa kostet regulär 499 Euro.

Zusätzliche Geräte

Wer keine Möglichkeit hat, zur gerade genannten Lösung nehmen, kann zu reinen Navigationsgeräten greifen, die fest ins Auto installiert werden. Ihr Vorteil gegenüber den meisten Radio-Navis: Solche Geräte verfügen stets über einen Bildschirm, der den Weg zum Ziel zeigt. Außerdem sind derartige Geräte besser integriert als die nur zeitweise im Fahrzeug steckenden Organizer mit Navi-Funktion (siehe nächster Teil). Dafür lassen sie sich aber nicht immer universell nutzen: Nur manche dieser Systeme kann man für die Radtour, oder den Bummel durch eine fremde Stadt aus dem Auto nehmen und mobil verwenden. Dass das möglich ist, darauf sollte man beim Kauf unbedingt achten.

Ebenfalls beachtenswert ist die Befestigung der Geräte: Manchmal muss für die Halter das Armaturenbrett angebohrt werden, was zu Problemen beim Wiederverkauf des Autos werden kann. Andere Geräte, wie etwa der Medion Navigator MD 95900 für ca. 299 Euro lassen sich per Saugnapf an der Windschutzscheibe anbringen, was allerdings einige beim Fahren stört.

Flexible Kleincomputer

Generell mobil nutzbar sind sämtliche Navigations-Systeme in Taschencomputern wie elektronischen Terminplaner (Organizer) oder PDAs, die es ab 280 Euro gibt. Sie haben zusätzlich den Vorteil, dass sie nicht nur Orientierung, sondern auch Funktionen wie Terminplaner, Taschenrechner, Adressbuch und Spiele bieten. Außerdem lassen sie sich bei Bedarf problemlos ins Zweitauto oder Motorrad "umziehen" oder auf dem Fahrrad und zu Fuß nutzen.

Wer darauf Wert legt, sollte vor dem Kauf allerdings darauf achten, dass die zum Navigieren notwendige GPS-Antenne im Gerät integriert ist, wie z. B. im Siemens Pocket Loox N (ca. 400 Euro). Bei den meisten PDAs muss sie extra aufgesteckt werden. Allerdings gefällt vielen das Kabelgebaumel nicht, das solche Geräte im Auto verursachen: Sie benötigen einen Halter, einen Stromanschluss zum Zigarettenanzünder und in den meisten Fällen ein Kabel zur GPS-Antenne. Das wirkt provisorisch.

Funktionsreiche Handys

Ähnliche Vorteile wie Organizer bieten Handys, die zum Navigieren aufgerüstet werden können, wie das VPA 2 Compact II (699 Euro): Man hat sie meistens dabei - und ein einziges Gerät, das die Funktionen Handy, Organizer und Navigationsgerät abdeckt. Allerdings benötigt man für sie zusätzlich meist eine GPS-Antenne (ca. 100 Euro) und Navigationssoftware wie die Falk Navigator Pro SC (149 Euro). Vor dem Kauf sollte man auch bedenken, dass solche Geräte im Vergleich zu normalen Handys groß, unhandlich und schwer sind. Das macht sie als ständigen Kommunikationsbegleiter etwas unpraktisch.

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