Festtagsstimmung in der Wirtschaft gedrückt - "Dynamik lässt nach"

München - Die Kreditkrise und der starke Euro haben der deutschen Wirtschaft die Festtagsstimmung etwas verdorben. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Dezember von 104,2 auf 103,0 Punkte.

"Die konjunkturelle Dynamik lässt weiter nach", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Mittwoch in München. Der Aufschwung wird nach Einschätzung der Experten aber weiter gehen, wenn auch nicht mehr mit soviel Schwung wie in diesem Jahr. Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Der Rückgang im Dezember fiel etwas stärker aus als von Experten erwartet.

Dabei beurteilten die rund 7000 befragten Unternehmen vor allem ihre aktuelle Situation schlechter. Der Geschäfslage-Index sank von 110,3 auf 108,1 Punkte. Dagegen lag der Erwartungsindex, der die Perspektiven für die nächsten sechs Monate widerspiegelt, nahezu unverändert bei 98,2 Punkten. Dies sei ein gutes Zeichen, sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. "Der Aufschwung geht weiter. Die Euphorie ist aber weg." Mau ist die Stimmung weiterhin vor allem im Einzelhandel. Die Lage wird so schlecht beurteilt wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.Das ganze Jahr habe man gehofft, dass der Aufschwung mit etwas Verzögerung auch den Konsum erfasst, sagte Nerb. Bisher sei dies ausgeblieben, das Weihnachtsgeschäft sei in der jüngsten Befragung aber noch kaum berücksichtigt. Möglicherweise könne der Konsum der Konjunktur im nächsten Jahr Schwung geben.

Auch in der Industrie verschlechterte sich die Stimmung. "Die Unternehmen planen jedoch vermehrt eine Aufstockung ihres Personals", berichtete Sinn. Auch in Sachen Export sind die Firmen trotz des starken Euro weiter zuversichtlich. Leicht verbessert hat sich die Stimmung in der Bauwirtschaft. Experten hatten beim Geschäftsklimaindex mit einem schwächeren Rückgang auf etwa 103,5 Punkte gerechnet. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab daher der Deutsche Aktienindex DAXnach und lag am Vormittag mit knapp einem Prozent im Minus.

dpa

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