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Viele Trauben sind verfault - die Verbraucher müssen sich deshalb auf steigende Preise beim Wein einstellen.

Feuchter Oktober drückt Erträge bei der Weinlese

Mainz - Nach einem eher ungünstigen Start ins Weinjahr mit Kälte zur Blütezeit drückt jetzt der feuchte Oktober die Erträge. Weinliebhaber müssen sich auf steigende Preise einstellen.

Der feuchte Oktober bereitet Winzern Sorgen. Da viele faule Trauben vor der Lese herausgeschnitten werden müssen, werde der Ertrag in manchen Regionen unter den Erwartungen liegen, teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) am Dienstag in Mainz mit. Nach der eher schlechten Blüte in einem kühlen Frühjahr waren die Prognosen für die Mostmengen ohnehin nicht gerade rosig. Mit den bisher geernteten Qualitäten seien die Winzer jedoch zufrieden, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher.

Nach aktuellen Schätzungen werden 2013 bundesweit nur etwa 8,4 Millionen Hektoliter Weinmost geerntet. Damit läge der Ertrag sieben Prozent unter dem des Vorjahres und neun Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 9,26 Millionen Hektolitern. Die Winzer in einigen Anbaugebieten haben bereits angekündigt, die Preise zu erhöhen.

„Der erhoffte goldene Oktober hat sich nicht eingestellt“, sagte Büscher. In den meisten Regionen sei die Lese inzwischen so gut wie abgeschlossen. Unter anderem an der Mosel, an der Nahe und im Rheingau hingen jedoch noch Trauben im Weinberg für die Produktion edelsüßer Spezialitäten. Die einzelnen Betriebe seien sehr unterschiedlich von den Ausfällen betroffen. Sortiere ein Spitzenweingut sehr penibel alle faulen Trauben heraus, seien Mengeneinbußen von bis zur Hälfte eines Durchschnittsjahrgangs möglich.

Unter der schlechten Witterung im Frühjahr hatten laut Büscher besonders die Burgundersorten gelitten, da deren Blüten empfindlicher reagieren. Viele Winzer in Baden - mit ihrem hohen Burgunderanteil - müssten größere Ausfälle verkraften. Bei einer schlechten Blüte setzt die Rebe weniger Beeren an.

In Rheinhessen, Franken und Sachsen rechnen die Weingüter laut DWI mit einem mittleren Ertrag auf Vorjahresniveau. An der Ahr und in der Saale-Unstrut-Region komme man nach besonders kleinen 2012er Ernten mit einem Plus von rund einem Drittel bis zu einer Hälfte wieder auf einen Durchschnittswert. Schlechter sieht es an der Mosel aus, wo mit Einbußen von rund einem Viertel im Vergleich zum langjährigen Mittel gerechnet wird.

dpa

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