Trotz Wetterkapriolen gibt es laut EU genug Getreide in Europa.

Feuer und Flut: Warum es in Europa trotzdem genug Getreide gibt

Brüssel -  Süd- und Osteuropa kämpft mit Wetterkapriolen. Mal brennt es, mal gibt es Überschwemmungen. Trotzdem erwartet die EU eine normale Getreideernte.

Der gesamte Getreide-Ertrag in der Union dürfte 2010 in etwa dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre entsprechen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Zwar sei die Anbaufläche insgesamt geschrumpft, aber der Ertrag pro Hektar werde um fünf Prozent über dem Mittelwert liegen.

Die Experten der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission haben mit Satellitenaufnahmen und mathematischen Berechnungen das Wachstum der Pflanzen vorhergesagt. Allerdings stammen die verwendeten Daten vom 10. Juli und sind fast einen Monat alt. Die aktuellen Brände in Russland sowie weitere Wetterkapriolen könnten das Bild noch verändern. “Das Problem bei landwirtschaftlichen Vorhersagen ist das Wetter, weil wir nicht wissen, was passieren wird“, sagte ein Kommissionssprecher.

Russland wird derzeit von der schwersten Trockenheit und Hitze seit mehr als 130 Jahren heimgesucht. Wegen der Dürre hat die Regierung bereits ihre Prognose für die Getreideernte deutlich nach unten revidiert. Russland ist einer der weltgrößten Exporteure von Weizen. Die Kommission wollte keine Aussagen über die Folgen der Ernteausfälle für die Getreidepreise machen.

Nach Einschätzung der Kommission war das laufende Wirtschaftsjahr von Naturkatastrophen wie Dürre und Überschwemmungen geprägt - doch nur in einigen Regionen. Dieser Effekt werde durch bessere Erträge in anderen Gebieten ausgeglichen. Laut EU-Prognose werden in diesem Jahr in der EU 5,1 Tonnen Getreide pro Hektar geerntet - fünf Prozent mehr als im Fünf-Jahres-Schnitt und 0,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

dpa

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