Fiat will im Ausland 9500 Menschen entlassen

- Turin - Der schlingernde Fiat-Konzern will noch mehr Stellen streichen und die gesamte Gruppe umkrempeln. Von den weltweit 188 000 Beschäftigten sollen bis 2006 weitere 12 300 Menschen gehen, davon 9500 im Ausland. In Deutschland hat Fiat 7000 Mitarbeiter: bei der Vertriebsorganisation Fiat Automobil AG, dem Baumaschinenhersteller Orenstein & Koppel in Berlin und Iveco.

Mit dem Sanierungsplan soll der Konzern nach den hohen Nettoverlusten wieder in die Gewinnzone geführt werden. "Dieser Plan ist kein Schluss- sondern ein Startpunkt", sagte Vorstandschef Giuseppe Morchio. Zwölf Fabriken sollen geschlossen werden. Die meisten Stellen könnten bei der amerikanischen Landmaschinentochter CNH und beim Nutzfahrzeughersteller Iveco wegfallen. "Welche Werke und welche Länder betroffen sind, kann ich noch nicht sagen", erklärte Raffaelo Porro, Sprecher in der Fiat-Zentrale in Turin auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings stünden dem Stellenabbau Einstellungen von 5400 Menschen (3800 davon außerhalb Italiens) gegenüber. Alle Töchter und alle Bereiche seien von der Restrukturierung betroffen.<BR><BR>Die Fiat-Tochter Iveco beschäftigt 3700 Menschen in Deutschland (150 in Bayern). Im Ulmer Werk arbeiten laut Iveco Deutschland 2200 Menschen. Iveco baut nur in Ulm und Madrid schwere Laster. In Turin hieß es, Fiat werde versuchen, diesmal eine Streikwelle in Italien zu vermeiden. Ende 2003 hatten aufgebrachte Arbeiter dort wochenlang protestiert.<BR>Zur Finanzierung werde Fiat das Kapital um 1,8 Milliarden Euro erhöhen, was von einem Konsortium italienischer und ausländischer Banken garantiert wurde.<BR><BR>Neben dem hohen Nettoverlust der Gruppe verbuchte allein die Autosparte im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang um über eine Milliarde Euro auf 4,9 Milliarden Euro.<BR><BR>"Fiat befindet sich in einer Krisen-Situation, aber wir haben die besten Möglichkeiten, diese zu überwinden", erklärte der Präsident des Verwaltungsrates, Umberto Agnelli. Neben dem Arbeitsplatzabbau, der bis 2006 zu Kosteneinsparungen von 3,1 Milliarden Euro führen soll, setzt die Gruppe gleichzeitig auf ein kräftiges Investitionsprogramm. Insgesamt 19,5 Milliarden Euro sollen vor allem in neue Produkte, Forschung und Entwicklung sowie in das Vertriebsnetz gesteckt werden. Bereits nächstes Jahr will die Gruppe beim Betriebsergebnis wieder in die schwarzen Zahlen kommen.<BR>

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