Fiduka-Chef rechnet mit steigenden Kursen

- München - Die deutsche Börse wird 2005 weiter steigen, wenn auch mit höheren Schwankungen nach oben und unten. Diese Prognose begründete der Vermögensverwalter Gottfried Heller mit der niedrigen Bewertung deutscher Aktien gegenüber Anleihen. Das heutige KGV-Verhältnis von elf entspreche einer Rendite von neun Prozent, während der Anleihezins im Zehn-Jahres-Bereich bei drei Prozent liege. Heller sieht weder eine Inflationsgefahr noch eine Rezession wegen der hohen Ölpreise, die im Verlauf wieder auf 40 Dollar zurückgehen könnten. "Die Inflation ist beinahe tot", sagte der Manager der Fiduka Depotverwaltung.

Schub für die Aktie versprechen die 11 800 Milliarden Dollar, die weltweit zur Anlage bereitstehen. "Wo will man mit Renten Geld machen?" fragte Heller. Die Anleger würden auch bei schlechten Nachrichten wieder an die Börse zurückkehren. "Die Ölländer müssten ihre Einnahmen recyclen", weil sie nicht die ihnen zufließenden Summen im eigenen Land investieren könnten und wollten. Der Börsenprofi geht davon aus, dass die Zinserhöhungswelle in den USA ausläuft. Wenn die Fed Mitte September die Zinsen nur um ein Viertel Prozent auf 3,75 anhebe oder gar an den 3,5 Prozent festhalte, sei das ein Hausse-Signal für die Börse.

Der von der CDU/CSU geplanten Mehrwertsteuererhöhung von zwei Prozent kann Heller auch eine positive Seite abgewinnen. "Die Mehrwertsteuererhöhung löst zum Jahresende einen Kaufboom aus." Die Kaufkraft werde zwar nicht höher, aber sie werde vorgezogen und hebe Stimmung und Klima.

Weniger optimistisch zeigt sich das Deutsche Akteninstitut (DAI) angesichts der rapiden Kursentwicklung. "Etwas weniger Rendite wäre mittel- bis langfristig gesünder", sagte DAI-Chef Rüdiger von Rosen. Der Dax habe 2005 schon 17 Prozent zugelegt. "Wir müssen aufpassen, dass dieser Schwung nicht übergangslos in eine neue Euphorie mündet."

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