Finanzamt rettet Allianz das Ergebnis

- München - Der Fiskus rettet der Allianz das Ergebnis. Eine happige und einmalige Steuererstattung von 853 Millionen Euro poliert die Zahlen des Versicherungsriesen auf. Im zweiten Quartal wurden demnach 622 Millionen Euro verdient. Vor Steuern allerdings steht nur eine Million - Analysten reagierten enttäuscht. Sie hatten schwärzere Zahlen erhofft.

<P>Der Konzern machte im zweiten Quartal nach Angaben eines Sprechers die Kosten für ein Absicherungsprogramm gegen Kursrisiken steuerlich geltend. Dieses "Hedging" kostete die Allianz demnach rund 1,2 Milliarden Euro, sorgte aber neben weiteren Abschreibungen für die Steuergutschrift.</P><P>Immerhin ist der Allianz nach vier Minus-Quartalen die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt. "Wir sind noch nicht über dem Berg", sagte Chef Michael Diekmann, kündigte aber ein positives Jahresergebnis an. Die Aussichten dafür stehen nicht schlecht. Der Umsatz kletterte auf 49,5 Milliarden Euro, die Beitragseinnahmen im Versicherungsgeschäft stiegen dank höherer Preise deutlich, die Schadenquote sank, das Handelsergebnis verdoppelte sich. Der Kurs der Aktie sank seit Donnerstag dennoch um zeitweise über vier Euro auf unter 85 Euro.</P><P>Jetzt will Diekmann als Verkäufer weiterarbeiten: "Wir werden uns selektiv und zu einem angemessenen Preis aus einzelnen Geschäftsfeldern zurückziehen." So gibt das Unternehmen für 200 Millionen Dollar eine Pensionsfondsgesellschaft in Mexiko ab. Ein Verkauf der Investmentbank-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein, über den zuletzt spekuliert worden war, stehe dagegen nicht an. "Ich würde heute einen Verkauf innerhalb der nächsten zwei Jahre ausschließen", sagte Diekmann.</P><P>Bei der Dresdner Bank werden in den kommenden zwei Jahren vor allem in der Verwaltung weitere 4700 Stellen abgebaut. Die Bank, bisher Verlustbringer für die Mutter Allianz auf dem Weg zum Allfinanzkonzern, soll dauerhaft profitabel werden. Um eine Milliarde Euro will Bank-Chef Herbert Walter die Kosten bis 2005 kappen, allein die Hälfte davon soll aus dem IT-Bereich gesaugt werden. Bisher hatte die Dresdner in drei Phasen den Abbau von 11 000 Jobs angekündigt, rund 9000 der 50 000 Mitarbeiter mussten schon gehen. Das Filialnetz mit rund 800 Geschäftsstellen bleibe erhalten, sagte Walter.</P><P>Walter glaubt angesichts eines kleinen operativen Gewinns, die Ertragswende geschafft zu haben. Er sagte aber, die Bank dürfe sich nicht auf dem Ergebnis ausruhen. "Das Schiff fährt in die richtige Richtung", sagte er. Man habe aber noch eine Menge Herausforderungen vor sich. "Wir müssen unser Geschäft wetterfest machen, um eine Basis für profitables Wachstum zu legen."</P>

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