+
Beate Uhse in Flensburg

Erotik-Konzern in der Krise

Finanzaufsicht droht Beate Uhse mit Zwangsgeldern

Die Finanzaufsicht Bafin will gegen den Erotikhändler Beate Uhse Zwangsgelder in Höhe von 220 000 Euro verhängen, weil die Aktiengesellschaft für 2016 noch keinen Jahresbericht veröffentlicht hat.

Bonn/Hamburg - Das teilte die Bafin am Dienstag in Bonn mit. Beate Uhse hatte die Vorlage der Jahresbilanz mehrfach verschoben. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz sollen Aktiengesellschaften innerhalb von vier Monaten nach Ende des Jahres ihre Geschäftszahlen vorlegen. Hintergründe sind Turbulenzen im Vorstand von Beate Uhse. Zunächst hatte der Handelsmanager Michael Specht im April dieses Jahres den Vorstandsvorsitz bei dem seit langem kriselnden Erotik-Konzern übernommen. Dabei wurde die Veröffentlichung der Jahresbilanz für Mai in Aussicht gestellt. Im Juni wurde der Finanzvorstand entlassen, Specht übernahm auch dessen Aufgaben und kündigte eine weitere Verzögerung bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen an. Ende Juni legte sich Beate Uhse dann auf Oktober als Termin fest. 

Die Bafin äußert sich nicht zu einzelnen Unternehmen und ihren weiteren Schritten. In der Regel werden den Aktiengesellschaften aber zehn Wochen Zeit eingeräumt, ehe die angedrohten Zwangsgelder tatsächlich verhängt werden. Bei einer Veröffentlichung im Oktober wäre Beate Uhse noch innerhalb dieser Frist. Die Hauptversammlung soll im November oder Dezember stattfinden. Nach dem Aktiengesetz ist die Hauptsammlung innerhalb der ersten acht Monate des Jahres abzuhalten. Für das Vorjahr hat Beate Uhse einen Umsatz von 105 bis 110 Millionen Euro angekündigt und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen zwischen minus einer und plus zwei Millionen Euro. Nach dem verlustreichen Verkauf von Großhandelsaktivitäten in den Niederlanden könnte die Beate Uhse AG zum Ende 2017 ein negatives Eigenkapital ausweisen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax startet vorsichtig in die Woche
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger vorsichtig in die neue Handelswoche gestartet.
Dax startet vorsichtig in die Woche
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit
Wiesbaden (dpa) - In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die mit ihrem Job ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im vergangenen Jahr traf das auf 72 Prozent der …
Die meisten Erwachsenen leben von ihrer Arbeit
Deutlich mehr Zigaretten versteuert
Wiesbaden (dpa) - Im zweiten Quartal dieses Jahres sind deutlich mehr Zigaretten und andere Tabakwaren versteuert worden als ein Jahr zuvor. Die Hersteller meldeten …
Deutlich mehr Zigaretten versteuert
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit
Bei Aldi Süd kaufte sich eine Kundin einen Snack für die Mittagspause. Doch was sie darin fand, verdarb ihr gründlich den Appetit. „Einfach nur ekelhaft“, schimpft sie …
Frau deckt sich bei Aldi für Mittagspause ein - doch Ekel-Fund verdirbt ihr den Appetit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.