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Krisen, niedrige Zinsen und stark schwankende Börsen verunsichern Anleger. Doch wer nichts tut oder sein Geld nur auf Tagesgeldkonten parkt, muss erleben, wie sein Vermögen langsam dahinschmilzt. Es gibt Alternativen. Dazu gehören ein wenig Mut und gute Informationen.

Investmentideen

Aller Krisen zum Trotz: Anleger haben viele Möglichkeiten

Geld einfach anlegen und Zinsen kassieren – diese Zeiten sind passé. Dennoch können Anleger noch gute Renditen erwirtschaften, doch angesichts schwankender Aktienkurse oder hoher Immobilienpreise kommt es jetzt auf die geschickte Auswahl an. Da ist Expertenrat gefragt.

Prof. Dr. Hartwig Webersinke wird beim Finanzforum Investmentideen den Hauptvortrag halten.

Eine verrückte Welt, in der Anleger leben: Zu Beginn des Jahres klettern deutsche Aktien um mehr als 20 Prozent – innerhalb von drei Monaten! Um dann ebenso wieder abzustürzen. Gleichzeitig drückt die Geldflut weiterhin die Zinsen und führt zu steigenden Preisen bei Immobilien. In guten Lagen bekommen Investoren kaum noch Objekte, die eine vertretbare Rendite erwirtschaften. Was tun? Ratlos blicken viele Privatanleger auf die Entwicklungen. Aus Angst, etwas Falsches zu tun, bunkern sie ihr Geld auf Tages- oder Festgeldkonten, und die Kaufkraft ihres Vermögens schmilzt dahin. Andere kaufen Häuser oder Wohnungen, doch auch sie wissen nicht, was ihre Immobilien in 20 Jahren noch wert sind.

Zurückhaltung bei Aktienkäufen

Bei Aktien halten sich gerade deutsche Privatanleger allerdings sehr zurück. Den Aufschwung an den Börsen im Frühjahr haben viele verpasst, und nun haben die Anleger Angst. Viele fragen sie sich: Sollen wir jetzt aussteigen? Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Professor für Finanzdienstleistungen an der Hochschule Aschaffenburg mit den Lehr- und Forschungsgebieten Finanzdienstleistungen, Asset Management, Kapitalmarkt- und Portfoliotheorie, bleibt gelassen: „Dass Aktien im Kurs auch stark schwanken können, haben viele Anleger und Börsianer in der Euphorie zu Beginn des Jahres ausgeblendet. Umso mehr kommt es auf eine gute Mischung an, um allzu große Ausschläge auszugleichen.“ Sicher, angesichts der weltpolitischen Krisen seien die Börsen anfällig, räumt Webersinke ein. „Wir sind sicherlich noch nicht durch, der Wendepunkt zeigt sich noch nicht.“ Der erfahrene Wirtschaftsexperte warnt aber vor allzu viel Pessimismus. Krisen und kulturelle Abschwächung hätten bereits die zurückliegenden starken Kursrückgänge bewirkt. „Der Markt hat also schon sehr viel davon verarbeitet.“ Dennoch lassen sich insbesondere deutsche Anleger leicht verunsichern, wie jetzt erst wieder die Allianz in ihrem „Global Wealth Report“ zeigt. Die Studie analysiert die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern. Deutsche verhalten sich in Gelddingen besonders risikoscheu. So profitieren sie weniger von niedrigen Kreditzinsen als Haushalte in anderen Ländern, während ihre Vermögen mehr als in anderen Ländern unter eben diesen niedrigen Zinsen leiden.

Die Unsicherheit hat ihre Ursache auch im mangelnden Wissen über Gelddinge, wie eine weitere Untersuchung belegt. Fast jeder vierte Deutsche (22 Prozent) fühlt sich beim Thema Finanzen nur gering oder gar nicht informiert. Das ist ein Ergebnis des „Sparerkompass 2015“, einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Bank of Scotland. Hinzu kommt: Lediglich die Hälfte der Deutschen (48 Prozent), die eine Geldanlage besitzen, kennen die Höhe ihres angelegten Vermögens. Nur ein Drittel der Studienteilnehmer (34 Prozent) gibt an, über einen guten oder sehr guten Informationsstand beim Thema Geldanlage zu verfügen. Frauen fühlen sich insgesamt wesentlich unsicherer als Männer: 27 Prozent schätzen ihren Wissensstand niedrig ein, unter den Männern sind es 18 Prozent. Zeit, das zu ändern; Expertenrat ist gefragt. Denn Anleger müssen sich ja derzeit in der Tat mit komplizierten Fragen beschäftigen: Wie finde ich die richtigen Anlageobjekte? Welche sind überteuert? Wo lauern Fallstricke? Wie wappne ich mich gegen Rückschläge und Marktveränderungen? Tragen meine Investments langfristig? Und wie sieht eine gute Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen aus? Eine gute Gelegenheit, Antworten zu finden und die Strategien, Tipps und Markteinschätzungen ausgewiesener Anlageprofis gebündelt kennenzulernen, bietet jetzt das „1. Finanzforum Investmentideen 2015“, zu dem die Mediengruppe Münchner Merkur tz einlädt. Vermögensstrategen renommierter Häuser informieren über die Märkte, Investmentchancen und Anlagemöglichkeiten. Am Donnerstag, 22. Oktober, bieten Fachvorträge in Räumen des Münchener Zeitungsverlages einen Überblick über das breite Spektrum der aktuellen Investmentideen. Mehr dazu auf den folgenden Seiten.

Jürgen Grosche

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