Finanzinvestor hat Escada im Visier

München - Nach jahrelangen Problemen kündigt sich beim größten deutschen Damenmode-Konzern ein Besitzerwechsel an. Nach Informationen aus Finanzkreisen prüft Apax zurzeit einen Einstieg bei Escada. Der britische Finanzinvestor wolle zusammen mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko die Mehrheit an dem Modekonzern übernehmen.

Voraussetzung sei allerdings, dass sich Apax und Aksenenko einig werden. "Sie müssen erst einmal auf einen Nenner kommen." Apax hatte vor einigen Jahren bereits die CBR-Gruppe mit der Modekette Street One übernommen.

Ein Escada-Sprecher wollte sich nicht zu einem möglichen Einstieg äußern. "Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung", sagte er am Mittwoch in München. Auch ein Sprecher von Aksenenkos Finanzgesellschaft Finartis äußerte sich ähnlich.

Über Finartis hält der Multi-Millionär Aksenenko rund 25 Prozent der Aktien an Escada. Am bisherigen Management will Aksenenko trotz anhaltender Verluste festhalten. "Wir unterstützen den Restrukturierungskurs des gegenwärtigen Managements", sagte der Sprecher.

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der bisherige Hugo Boss-Chef Bruno Sälzer werde neuer Vorstandsvorsitzender von Escada als Nachfolger von Jean-Marc Loubier. Der Franzose war im vergangenen Jahr an die Spitze des Unternehmens gekommen, nachdem sein Vorgänger Frank Rheinboldt einen Machtkampf mit dem Großaktionär um die Neuausrichtung des Unternehmens verloren hatte.

Auch unter Loubier schrieb Escada aber weiter rote Zahlen. Die neue Herbst-Winter-Kollektion erwies sich als Flop und brachte Escada zum Start ins neue Geschäftsjahr einen Umsatzeinbruch und einen Millionenverlust ein. Die Aktie verlor dramatisch an Wert. Im Sommer lag der Kurs noch bei über 35 Euro, zuletzt notierte der SDAX- Konzern bei rund 13 Euro. Die Aussichten auf einen neuen Großaktionär gaben der Aktie am Mittwoch aber Auftrieb. Escada verteuerten sich zeitweise um 19,30 Prozent auf 15,70 Euro.

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