Finanzinvestoren verkaufen Großteil ihrer Premiere-Beteiligung

- München - Gut ein halbes Jahr nach dem Börsengang von Premiere machen die beteiligten Finanzinvestoren Kasse und verkaufen den Großteil ihrer Beteiligung an dem Bezahlsender. Die Beteiligungsgesellschaft Permira als bisher größter Aktionär, die BayernLB, die HypoVereinsbank und die österreichische Bawag trennten sich am Mittwoch von 20,76 Millionen Premiere-Aktien. Das Paket entspricht etwa 25 Prozent an Premiere und hat einen Börsenwert von fast einer halben Milliarde Euro. Der Ausstieg der Großaktionäre belastete den Premiere-Aktienkurs.

Premiere kann nach Einschätzung von Vorstandschef Georg Kofler vom Ausstieg der Finanzinvestoren profitieren. "Damit wird viel Spekulationsdruck herausgenommen", sagte Kofler der dpa. Da bekannt gewesen sei, dass Permira die Beteiligung irgendwann reduziere, seien zuletzt auch Hedge-Fonds aktiv gewesen. Nun sei die Aktie berechenbarer und liquider geworden, der Streubesitz steige. Kofler selbst ist nun mit knapp 14 Prozent der Anteile größter Einzelaktionär. Er betonte, er wolle langfristig engagiert bleiben.

Die Finanzfirmen hatten ihre Beteiligungen in der Fernseh Holding III S.-.r.l. in Luxemburg gebündelt. Durch den Verkauf sank der Permira-Anteil an Premiere von 23,7 auf 5,9 Prozent. Auch die Beteiligungen von HypoVereinsbank und BayernLB (bisher jeweils 4,3 Prozent) sowie der Bawag (bisher 1,5 Prozent) reduzieren sich entsprechend um drei Viertel. Lehman Brothers sollte die Aktien im Auftrag der Holding an institutionelle Investoren verkaufen.

Permira hatte vor zweieinhalb Jahren zunächst die Mehrheit an Premiere übernommen. Die Beteiligung reduzierte sich dann durch die Kapitalerhöhung und die Veräußerung von Altaktien im Rahmen des Börsengangs. BayernLB, Bawag und HypoVereinsbank kamen als Gläubiger der zusammengebrochenen KirchGruppe zu ihren Anteilen.

Wieviel Gewinn Permira mit dem Premiere-Geschäft machte, ließ die Beteiligungsgesellschaft offen. Premiere sei ein "zufriedenstellendes Investment", sagte ein Sprecher in Frankfurt. Laut Kofler war der Einstieg bei Premiere für Permira lukrativ. Die Gesellschaft bekomme "das Mehrfache" wieder heraus. Er gönne der Firma diesen Gewinn: "Ich bin erfreut, dass diese Investoren, die in einer kritischen Sanierungsphase mit viel Mut die Rettung von Premiere mitgestaltet haben, belohnt worden sind."

Premiere hatte die Pleite der KirchGruppe mit Hilfe der Gläubiger überlebt und war am 9. März an die Börse gegangen. Der Ausgabepreis der Aktien betrug 28 Euro. Einige Wochen konnte sich der Kurs über 30 Euro halten, zuletzt sank er aber deutlich. Am Mittwoch gab er zwischenzeitlich um 4,5 Prozent auf 23,40 Euro nach.

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