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Porsche hat Schulden.

Finanznot bei Porsche offenbar größer als bekannt

Frankfurt/Main - Der Schuldenberg beim Sportwagenbauer Porsche ist nach Medienberichten größer als bislang bekannt, doch Ex-Chef Wendelin Wiedeking verteidigt seine persönliche Bilanz.

Wie “Spiegel“ und “Focus“ am Wochenende übereinstimmend berichteten, drückt den Sportwagenbauer eine Schuldenlast von rund 14 Milliarden Euro, bislang war von 10 Milliarden Euro die Rede.

Ein Porsche-Sprecher bestätigte die neuen Zahlen nicht.

In der Diskussion über das VW-Gesetz zeichnet sich unterdessen möglicherweise eine Lösung ab. Wie der “Spiegel“ mit Blick auf die finanzielle Lage bei Porsche schreibt, müssen nach Angaben aus Bankenkreisen zu den Kreditschulden noch weitere Anleihen hinzugezählt werden, die das Unternehmen herausgegeben habe. Entschieden wandte sich Porsche-Sprecher Anton Hunger auf AP-Anfrage gegen Angaben aus dem “Focus“-Bericht, wonach das Unternehmen in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen wäre, wenn es nicht zu einer Einigung mit Volkswagen gekommen wäre.

Am Donnerstag hatte VW nach monatelangem Ringen den Machtkampf mit Porsche gewonnen, der Sportwagenbauer soll zehnte Marke bei den Wolfsburgern werden. Porsche-Chef Wiedeking nahm seinen Hut. Nachfolger wurde der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht.

Wiedeking zog in der “Bild am Sonntag“ eine positive Bilanz seiner 17-jährigen Amtszeit: Was er letztlich erreicht habe, wäre ihm 1992 “nicht einmal im Traum eingefallen. Ich habe 17 Jahre lang mit vollem Einsatz meine Arbeit gemacht“. Er räumte aber ein: “Natürlich hätte ich mir einen anderen Abgang gewünscht, da bin ich ganz offen.“

Angeblich Gespräch zwischen Ackermann und Porsche

Nach “Spiegel“-Informationen hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche in einem vertraulichen Gespräch auf die schwierige finanzielle Lage hingewiesen. Die Familien kämen um eine Kapitalerhöhung nicht herum, habe Ackermann gesagt. Sie müssten sehr schnell eigenes Kapital ins Unternehmen stecken.

Ein Sprecher der Bank kommentierte dies auf AP-Anfrage nicht.

Laut “Spiegel“ und “Focus“ sollen die Familien Porsche und Piëch künftig weniger Anteile halten als bislang angenommen: Demnach sollen die Familien in der ersten Jahreshälfte 2011 über mehr als 30 Prozent der Anteile am vereinten VW-Porsche-Konzern verfügen, das Land Niedersachsen über mehr als 20 und das Emirat Katar über weniger als 20 Prozent. Der “Focus“ beruft sich dabei auf interne VW-Unterlagen. Sprecher von Porsche und VW kommentierten diese Informationen auf Anfrage nicht.

Wie das Magazin weiter schreibt, würden die Familien die Salzburger Porsche-Holding mit in das gemeinsame Unternehmen einbringen.

Lösung bei Diskussion über VW-Gesetz in Sicht

In der Diskussion über das VW-Gesetz zeichnet sich eine Lösung ab: Die Familien Porsche und Piëch wollen die Bestimmungen, die dem Land Niedersachsen ein Vetorecht in wichtigen strategischen Fragen sowie bei Standortentscheidungen zusichern, nach “Spiegel“-Informationen freiwillig in die Satzung des Konzerns festschreiben und so einer drohende Klage der EU-Kommission zuvorkommen. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff getroffen worden. Ein Sprecher des CDU-Politikers bestätigte dies am Sonntag der AP. So soll die Sperrminorität bei 20 Prozent bleiben. Das Land behält dann ein Vetorecht in allen wichtigen Entscheidungen.

Zweitens soll das Entsendemandat verankert werden, nachdem das Land zwei Vertreter in den Aufsichtsrat von VW schicken kann. Ein entsprechender Beschluss solle voraussichtlich im Oktober gefasst werden.

Der “Süddeutschen Zeitung“ hatte ein Sprecher von Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy gesagt, seine Behörde werde im September beraten, ob sie Deutschland wegen des Gesetzes zum zweiten Mal nach 2007 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Die Sonderregelung war in den 60er Jahren geschaffen worden, um eine feindliche Übernahme auszuschließen. Zuletzt hieß es, bis zur Volkswagen-Aufsichtsratssitzung am 13. August sollen erste Weichen für den neuen Autogiganten gestellt sein.

Daniel Rademacher, AP

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