Finanzproblem Studium: Wo gibt es Geld für die Bildung?

- München - Ein Studium kostet viel Geld. Doch für Studenten gibt es auch viele Möglichkeiten, sich dieses Geld zu besorgen oder wenigstens daran zu sparen. Die Zeitschrift "Finanztest" gibt in ihrem aktuellen Heft Tipps zum Semesterstart.

Girokonto

Viele Studienanfänger haben bereits ein Girokonto. Allerdings bieten Banken Studenten spezielle Konditionen. Wer also mit dem Studium beginnt, sollte das möglichst früh seiner Bank mitteilen und sein Konto umstellen lassen. Studentenkonten sind in der Regel bis zum Alter von 27 Jahren kostenlos. Die Banken verlangen keine Kontoführungsgebühren. In den meisten Fällen gibt es die EC-Karte kostenlos dazu. Studenten, die ihr Konto vor dem Studium bei einer überregionalen Bank hatten, können es komplett mitnehmen und an ihrem Studienort wie gewohnt ihre Kontoauszüge abrufen und von dort Geld überweisen.

Bafög

Viele Eltern können ihrem Kind kein Studium finanzieren. In diesem Fall springt der Staat mit Bafög ein. Wer sich zusätzlich zum Bafög etwas dazuverdienen will, sollte jedoch unter 350 Euro monatlich bleiben. Sonst gibt's weniger Bafög (Näheres zum Bafög in der gestrigen Ausgabe unserer Zeitung). Das Deutsche Studentenwerk, das an jeder Uni vertreten ist, hilft beim Ausfüllen der Anträge. Den Antrag gibt es im Internet unter www.das-neue-bafoeg.de. Unterhalt von den Eltern

Wenn Eltern es sich leisten können, müssen sie ihr studierendes Kind unterstützen, da sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihnen die Erstausbildung zu finanzieren. Diese Verpflichtung gilt bis zum Ende des 27. Lebensjahres. Die "Düsseldorfer Tabelle", eine Richtlinie der Familiengerichte zur Bemessung des Unterhalts, sieht derzeit 640 Euro monatlich für Kinder vor, die nicht bei den Eltern wohnen. Die Tabelle findet man unter www.olg-duesseldorf.nrw.de.

Kindergeld

Bis zum Ende des 27. Lebensjahres zahlt der Staat den Eltern Kindergeld, wenn das Kind studiert; rund 154 Euro im Monat. Verdient sich das Kind neben dem Studium etwas dazu, muss es auf die Höhe seiner Einkünfte achten, damit der Kindergeldanspruch nicht wegfällt. Die kritische Grenze liegt bei 7680 Euro im Jahr. Der Nachwuchs darf von seinem Lohn die Werbungskostenpauschale von 920 Euro und die Sozialabgaben abziehen. Was übrig bleibt, darf die Grenze nicht überschreiten, sonst muss das Geld für das gesamte Jahr zurückgezahlt werden. Unterstützen Eltern ihr Kind nicht, kann das Kindergeld direkt an das Kind ausgezahlt werden. Ansprechpartner sind die Familien- oder Kindergeldkassen bei den Arbeitsagenturen.

Stipendien

Parteien, Kirchen, staatliche Stellen oder private Stiftungen vergeben Stipendien. Sie zu bekommen, ist oft eine Frage des politischen oder sozialen Engagements. Ein überdurchschnittliches Abiturzeugnis gehört dennoch dazu, meist ist ein Gutachten von einem Professor Voraussetzung. Unter www.stiftungsindex.de gibt es eine Übersicht der wichtigsten Studienstiftungen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hilft, wenn jemand mit Hilfe eines Stipendiums im Ausland studieren möchte (www.daad.de).

Studiendarlehen

Wer kein Geld geschenkt bekommt, kann es sich leihen. Neuerdings bieten einige Banken Modelle zur Finanzierung des gesamten Studiums an. Die Deutsche Bank etwa will Studenten ab Oktober in campusnahen Filialen drei unterschiedliche Kredite zu einem Zins zwischen 5,9 und 9,9 Prozent anbieten. Studenten können dann monatlich bis zu 800 Euro bekommen. Die staatliche KfW-Förderbank hat die Einführung eines bundesweiten Studienkredits für das Sommersemester 2006 beschlossen. Dann sollen Studenten für höchstens zehn Semester 650 Euro monatlich erhalten. Dafür werden rund fünf Prozent Zinsen fällig.

Mehr Infos unter: www.kfw-foerderbank.de; www.deutschebank.de

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