Finanzspritze für Studenten: So kommt man an BAföG

- Nicht alle Eltern können ihr Kind über die Studiendauer von zehn oder mehr Semestern aushalten. Daher hat der Gesetzgeber das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ins Leben gerufen. Die Berechnung der Fördersätze ist eine Wissenschaft für sich - rechtzeitig einen Antrag zu stellen, zahlt sich jedoch aus.

<P>Wer Anspruch hat</P><P>"Die Aufgabe des BAföG besteht darin, Kindern aus einkommensschwachen Familien eine Ausbildung zu ermöglichen", sagt Barbara Dufner vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bekamen von den rund zwei Millionen Studenten an deutschen Hochschulen voriges Jahr rund 482 000 Geld nach dem BAföG, im Schnitt 370 Euro im Monat. Voraussetzung für eine Förderung ist in der Regel, dass die Ausbildung vor dem 30. Geburtstag begonnen wird und der Antragsteller noch kein Hochschulstudium abgeschlossen hat.<BR><BR>Wie viel gezahlt wird</P><P>"Die Höhe der Unterstützung hängt im Wesentlichen davon ab, wie viel die Eltern verdienen", erklärt Andreas Brickwell, Leiter der BAföG-Abteilung des Studentenwerks in Berlin. Für die Berechnung wird der Förderungshöchstbetrag zugrunde gelegt. "Dann wird nach sozialen Kriterien vom Höchstbetrag rückwärts gerechnet", so Dufner.<BR>Auch das Vermögen des Studenten wird geprüft. Anrechnungsfrei sind 5200 Euro. Hinzuverdient werden dürfen monatlich 350 Euro. Joseph Lemberg studiert Mittelalterliche Geschichte an der Humboldt-Uni in Berlin. Er hat weder große Ersparnisse noch einen Nebenjob. Doch seine Eltern sind beide berufstätig und verdienen so viel, dass der 24-Jährige im Monat nur 101 Euro BAföG erhält.<BR><BR>Geschwister zählen mit</P><P>In die Berechnung fließt auch ein, wie viele Kinder einer Familie zur Schule gehen oder studieren. Ein Einzelkind erhält beispielsweise die maximale Förderung, wenn ein Ehepaar ein Gesamteinkommen von bis zu 1250 Euro im Monat hat. Bei 2750 Euro Gesamteinkommen liegt die Grenze, ab der kein BAföG mehr fließt. "Verschiebungen finden statt, wenn Geschwister aus der Ausbildung herausfallen oder in eine Ausbildung eintreten", erklärt Dufner. Studieren alle Kinder, gibt es mehr Geld. Im ersten Jahr seines Studiums erhielt Joseph etwa 60 Euro mehr, weil seine beiden Geschwister noch zur Schule gingen.<BR><BR>Fristen einhalten</P><P>Anka Schnoor von der BAföG-Beratung des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses der Uni Freiburg rät, den Antrag zu Beginn des Studiums einzureichen. Sonst verstreiche ein Teil der Förderungsdauer ungenutzt. Gefördert wird bis zum Ende der Regelstudienzeit. Mit der Antragstellung ist der Papierkrieg aber nicht zu Ende. "Man muss die Förderung jedes Jahr von neuem beantragen", fügt Joseph hinzu.<BR><BR>Rückzahlung und Rabatt</P><P>Einen Teil des Geldes fordert der Staat fünf Jahre nach Ende des Studiums in Raten von 100 Euro im Monat zurück. BAföG wird zur Hälfte als Förderung von Bund und Ländern, zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Zurückgezahlt werden muss nur das Darlehen, maximal 10 000 Euro. Wer seinen Abschluss in der Regelstudienzeit macht, einen großen Teil der Schulden sofort begleicht oder zum Top-Drittel des Jahrgangs seines Fachs an seiner Hochschule gehört, erhält bis zu 50 Prozent Rabatt auf die zu erstattende Summe.</P>

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