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Richard Lutz

Nachfolger von Rüdiger Grube

Finanzvorstand Richard Lutz soll neuer Bahn-Chef werden

Berlin - Neuer Bahn-Chef soll der bisherige Finanzvorstand Richard Lutz werden. Darauf verständigte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die große Koalition.

Lutz wird damit Nachfolger von Rüdiger Grube, der Ende Januar im Streit um eine Vertragsverlängerung überraschend zurückgetreten war. Der 52-Jährige Lutz führt den Bundeskonzern nach dem Abgang Grubes bereits kommissarisch. Er ist seit 2010 Finanzvorstand bei der Bahn.

Lutz soll bei der Bahn-Aufsichtsratssitzung am 22. März ernannt werden. Eigentümer der Bahn ist der Bund. Nach dpa-Informationen einigten sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) auf die Personalie.

Geplant ist neben der Ernennung von Lutz zum neuen Bahn-Chef auch ein Umbau des Konzernvorstandes. Damit solle die Digitalisierung und der Schienengüterverkehr aufgewertet werden, hieß es.

Als möglicher Nachfolger für Grube war auch der frühere Kanzleramtsminister und jetzige Bahn-Vorstand Ronald Pofalla genannt worden. Die große Koalition hatte sich aber nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf verständigt, dass Pofalla kein neuer Bahn-Chef wird. Grund war, dass die Koalition sich keinen „Mauschelei“-Vorwürfen aussetzen wollte, wie es hieß.

Ende Januar hatte es bei der Bahn in einer Aufsichtsratssitzung Differenzen über die geplante Verlängerung des Vertrags von Grube gegeben. Dessen Vertrag lief noch bis Dezember. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hatte es geheißen, Grube sei in der Sitzungsvorlage noch eine Vertragsverlängerung um drei Jahre bis Ende 2020 zugesichert worden. Der Vorstandschef habe dafür auf eine Gehaltserhöhung und auf eine Abfindung im Falle eines vorzeitigen Abgangs verzichtet. In der Sitzung habe man ihm dann aber doch nur zwei weitere Jahre als Vorstandschef geben wollen.

Grube hatte dem Kontrollgremium vorgeworfen, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben und war zurückgetreten. Der 65-Jährige hatte den Konzern inmitten einer großangelegten Initiative verlassen, die Qualität, Kundenzahl und Ergebnis der Bahn deutlich verbessern sollte.

Grube war seit 2009 Vorstandschef des bundeseigenen Konzerns mit weltweit 300 000 Angestellten und rund 40 Milliarden Euro Umsatz. Er übernahm die Führung nach der Affäre um massenhafte Ausspähung von Mitarbeiter-E-Mails unter seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn.

Nach dem Rücktritt Grubes war auch der Vorsitzende des Bahn-Aufsichtsrats, Utz-Hellmuth Felcht, unter Druck geraten. Felcht wurde von anderen Mitgliedern des Kontrollgremiums für die missglückte Vertragsverlängerung Grubes verantwortlich gemacht. Sie warfen Felcht vor, die Aufsichtsratssitzung schlecht vorbereitet und dann nicht im Griff gehabt zu haben.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Koalitionskreisen soll Felcht seine Position behalten. Es sei nun an Felcht, die „Neuordnung“ positiv zu begleiten.

Als potenzieller Nachfolger Felchts war in der großen Koalition Michael Frenzel genannt worden, der frühere Chef des Touristikkonzerns Tui. Im Staatsunternehmen Deutsche Bahn wird der Aufsichtsratschef von der Bundesregierung bestimmt.

dpa

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