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Der Kraftwerkbetreiber Uniper steht vor der Übernahme.

Interesse aus Finnland

Milliardendeal: Eon-Tochter steht vor Verkauf

Eon kommt beim Verkauf der restlichen Anteile an der Kraftwerkstochter Uniper voran. Die Gespräche sind weit fortgeschritten. Der Interessent kommt aus Finnland.

Essen/Helsinki - Auf dem deutschen Strommarkt bahnt sich ein Milliardendeal an: Der finnische Energieversorger Fortum will den aus dem Eon-Konzern abgespaltenen Kraftwerksbetreiber Uniper übernehmen. Eon und Fortum befänden sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Verkauf der verbliebenen milliardenschweren Eon-Beteiligung an Uniper, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit.

Das Düsseldorfer Unternehmen Uniper ist mit einer Erzeugungskapazität von rund 40 Gigawatt einer der führenden Stromerproduzenten Europas. Der Kraftwerkspark von Uniper bildete lange das Rückgrat des damals größten deutschen Energiekonzerns Eon, bis das Unternehmen 2016 unter dem Druck der Energiewende sein altes Kerngeschäft mit Großkraftwerken und dem Energiehandel abspaltete. Obwohl Uniper anfangs als „Resterampe“ verspottet wurde, erlebte die Aktie des Kraftwerksbetreibers in den vergangenen Monaten auch angeheizt durch Übernahmefantasien einen Höhenflug.

Derzeit hält Eon noch knapp 47 Prozent an Uniper, kann das Aktienpaket aber aus steuerrechtlichen Gründen erst im kommenden Jahr verkaufen. Bei einer Einigung in den laufenden Verhandlungen sei ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von Fortum an alle Uniper-Aktionäre geplant, über das die Anteilseigner Anfang 2018 entscheiden könnten, so die Konzerne.

Möglicher Gesamterlös: 3,8 Milliarden Euro  

Vorgesehen sei eine Barzahlung von 22 Euro pro Aktie. Uniper würde damit insgesamt mit rund 8 Milliarden Euro bewertet. Der hoch verschuldete Eon-Konzern könnte für sein Aktienpaket mit einem Gesamterlös von 3,8 Milliarden Euro rechnen.

Eon hatte aus seinen Plänen, sich mittelfristig auch von der verbliebenen Beteiligung an Uniper zu trennen, von Anfang an keinen Hehl gemacht. Das Unternehmen könnte das Geld gut gebrauchen, denn es will in Zukunft wieder verstärkt investieren, wie Konzernchef Johannes Teyssen erst im vergangenen Monat angekündigt hatte. Dabei soll organisches Wachstum Vorrang vor Zukäufen haben.

Fortum-Chef Pekka Lundmark betonte, das geplante Angebot bedeute einen 36-p1rozentigen Aufschlag auf den Preis der Uniper-Aktie vor Beginn der Marktspekulationen über eine Übernahme Ende Mai. Allerdings lag der aktuelle Kurs der Uniper-Aktie am Mittwochnachmittag bereits etwas oberhalb der Fortum-Offerte.

Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant

Um mögliche Ängste bei den 13 000 Uniper-Mitarbeitern vor den Folgen einer Übernahme im Keim zu ersticken, betonte Fortum ausdrücklich, dass es keine Pläne für betriebsbedingte Kündigungen im Zusammenhang mit der Übernahme gebe. Es sei auch nicht beabsichtigt, den Sitz des Konzerns von Düsseldorf weg zu verlegen.

Die Bestätigung der Übernahmepläne bescherte den Aktien von Fortum, Eon und Uniper am Mittwochnachmittag kräftige Kursgewinne.

Das finnische Unternehmen wies allerdings auch ausdrücklich darauf hin, dass derzeit noch Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt würden. Außerdem bedürfe eine Vereinbarung noch der Zustimmung der Gremien in beiden Konzernen. Deshalb sei noch nicht sicher, ob am Ende der Verhandlungen wirklich ein Angebot vorgelegt werde.

dpa

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