Firmen durchleuchten Bewerber auch über das Internet

Berlin - Ein Bewerbungsschreiben und ein Gespräch entscheiden nicht mehr allein über die Jobvergabe an Bewerber: Immer mehr Firmen durchforsten das Internet nach Daten über ihre potenziellen Mitarbeiter.

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Bewerber-Check:  Konsequenzen gefordert

Mehr als ein Viertel - 28 Prozent - sucht bei der Auswahl gezielt im Netz nach Informationen über die Job-Anwärter. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Befragung von 500 Unternehmen im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums. Bei 25 Prozent der Firmen kommt es vor, dass ein Bewerber deshalb erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen oder eingestellt wird. Verbraucherschützer warnen daher davor, allzu leichtfertig Persönliches ins Netz zu stellen.

Vor allem abfällige Bemerkungen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld kommen bei potenziellen Arbeitgebern nicht gut an. 76 Prozent der Firmen gaben an, dies wirke sich negativ auf ihr Bild des Job-Aspiranten aus. Auch Interessen, die deutlich von der Bewerbung abweichen, oder sehr Privates wie beispielsweise Partybilder werten Personalentscheider kritisch. Generell durchsuchen Großunternehmen bei der Personalauswahl eher das Internet als kleine Unternehmen. Dabei nutzen sie auch soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ.

Eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums sagte, viele Verbraucher gingen relativ unvorsichtig mit den eigenen Daten um. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, sagte dem Sender “n- tv“: “Wer Daten ins Internet stellt über sich, der muss damit rechnen, dass andere diese Informationen auch abrufen.“ Dies könnten Arbeitgeber sein, aber auch Versicherungsvertreter oder Vermieter. “Das heißt, die Konsequenzen eines negativen Bildes, was man dort bietet, können doch enorm sein.“

Allerdings kann ein Bewerber auch mit seiner Netz-Darstellung bei Arbeitgebern punkten. Für 56 Prozent wird ein Stellensuchender manchmal gerade durch die zusätzlichen Informationen aus dem Internet interessant. Positiv wirken sich auch Hobbys und soziales Engagement aus. Neutral bewerteten es 75 Prozent der Unternehmen in der Dimap- Umfrage, wenn im Internet überhaupt nichts über einen Bewerber zu finden ist.

dpa

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