Firmensitz in Zypern: Spediteure wandern ab

- Uelzen - Als erster deutscher Transport-Unternehmer lässt Hubertus Kobernuss aus Uelzen künftig zehn neue Lastwagen über eine auf Zypern gegründete Firma laufen. "Ich will es nicht, aber ich mache es, um mein Unternehmen zu erhalten", sagt der 44-Jährige. So will er 85 deutsche Arbeitsplätze sichern. Die Konkurrenz aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Litauen und der Ukraine macht dem Spediteur im internationalen Geschäft zunehmend zu schaffen. Immer wieder würden Angebote von Osteuropäern unterboten.

<P>Das will Kobernuss mit seiner zypriotischen Firma ausgleichen. Pro Sattelzug spart der Unternehmer im Jahr rund 1000 Euro Kfz-Steuer. Die Gewerbesteuer entfalle. Und er hofft auf bis zu 2000 Euro Ersparnis im Monat bei jedem der 10 bis 12 polnischen Fahrer, die er einstellen wird. Sie sollen einen Pauschallohn von bis zu 1400 Euro erhalten - ohne Nebenleistungen wie Sonn- und Feiertagszuschlag oder Spesen.</P><P>"Bedrohlich" nennt Bernd Hansmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und Speditionsunternehmer, die Situation für das deutsche Transportgewerbe. "Über 80 Prozent der Lkws im grenzüberschreitenden Verkehr kommen aus dem Ausland. In Richtung Osten liegt der Anteil der deutschen Fahrzeuge sogar unter zehn Prozent", sagt er. Jeder stehe mit dem Rücken zur Wand, weil die versprochenen Steuererleichterungen mit Einführung der Maut nicht gekommen seien. </P>

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