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Ukraine-Krise: Jetzt werden auch die Fischstäbchen knapp

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Von: Patricia Huber

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Fischstäbchen mit Kartoffelsalat auf dem Teller
Bei Fischstäbchen stockt die Produktion. Damit könnte auch der Kinder-Klassiker demnächst knapp werden. © Bernd Juergens/Imago Images

Die beliebten Fischstäbchen werden aus Alaska-Seelachs gemacht - und der kommt vor allem aus russischen Gewässern. Doch der Nachschub ist ins Stocken geraten.

Bremerhaven - Erst Getreide und Pflanzenöle, jetzt auch noch Fischstäbchen. Wegen des Ukraine-Krieges droht nun der nächste Mangel in den deutschen Supermarkt-Regalen. Die beliebten Fischstäbchen könnten schon bald nicht mehr überall verfügbar sein. Schuld daran ist nicht nur der Ukraine-Krieg, sondern auch die strenge Zero-Covid-Strategie Chinas.

Fischstäbchen: Alaska-Seelachs stammt zum größten Teil aus Russland

Aber was haben Russland und China überhaupt mit den Fischstäbchen in deutschen Supermärkten zu tun? Der Fisch, der für Fischstäbchen, Schlemmerfilet und Co. verwendet wird, stammt zu 70 Prozent aus russischen Gewässern. Das berichtet das Handelsblatt. Die Folge davon erklärt Matthias Keller, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels: „Die Versorgungskette mit Alaska-Seelachs ist massiv ins Stocken geraten.“

Hinzu kommt, dass der Fisch dann meist in China filetiert wird. Doch dort stocken Arbeit und Transport in regelmäßigen Abständen. Die Corona-Krise und die strenge Politik im Land machen den Lieferketten also zusätzlich zu schaffen. Zu guter Letzt besteht die Panade dann unter anderem aus den beiden Mangelprodukten Sonnenblumenöl und Weizenmehl. Das Fischstäbchen ist also derzeit ein absolutes Krisen-Produkt.

Fischstäbchen: Käpt‘n Iglo-Lieferant drosselt Produktion

Und genau das hat jetzt auch schon schwerwiegende Folgen für den wohl bekanntesten Fischstäbchen-Hersteller Deutschlands. Bei der Firma Frozen Fish in Bremerhaven werden laut Handelsblatt 48.000 Tonnen Fischstäbchen und 20.000 Tonnen Schlemmerfilets pro Jahr produziert - unter anderem auch für Iglo. Doch jetzt wurden 440 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Die Unsicherheiten in den Lieferketten hätten laut Iglo zu „Verzögerungen bei einigen Rohstoffen geführt, sodass ein kontinuierlicher Produktionsablauf nicht zu gewährleisten ist.“

Trotzdem seien die Lager bei Iglo voll gefüllt und die Fischstäbchen weiter verfügbar. Auch Matthias Keller kann die Liebhaber der Speise beruhigen: „Das Fischstäbchen stirbt nicht aus. Es ist nur weniger verfügbar derzeit.“ Eine Auswirkung dürften Verbraucher jedoch auf jeden Fall zu spüren bekommen. Wie bei so vielen anderen von der Krise betroffenen Produkten wird auch der Preis für Fischstäbchen voraussichtlich steigen. (ph)

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