Fischstäbchen im Test: Die Panade ist kein Versteck

- Fischstäbchen sind seit Generationen das Lieblingsessen vieler Kinder ­ knusprig gebraten erinnert an den panierten Stücken äußerlich rein gar nichts an das Grundprodukt Fisch. Aber nicht, weil es etwas zu verstecken gäbe, hat die Stiftung Warentest herausgefunden: Bei den 23 getesteten Fischstäbchen-Sorten steckte fast nur Qualitätsware unter der Panade. Zwar ging den Testern kein perfektes Stäbchen ins Netz, aber dennoch neun "gute" (April-Test-Heft).

Die Vorurteile

Der Argwohn, in den Bratlingen könnten Fischabfälle oder minderwertiges Fischfleisch enthalten sein, erwies sich als falsch. Auch fanden die Tester keine Gräten, obwohl bis zu zwei Gräten pro Kilogramm Stäbchen zulässig wären. Auch wer vermutet, dicke Panaden sollen von wenig Fisch ablenken, irrt. Die Vorschrift, mindestens 65 Prozent Fisch, 35 Prozent Hülle, wird im Großen und Ganzen befolgt.

Schadstoffe

Keime und Schwermetalle fanden die Tester in nennenswerten Mengen nur im Einzelfall. Von den ungesunden und somit unerwünschten Transfettsäuren fanden sich auch nur unauffällig kleine Mengen. Der Schadstoff Acrylamid, ebenfalls Folge des Frittierens, bildet sich nur in Spuren. Keine Beanstandungen gab es auch, was Parasiten und Salmonellen betrifft.

Die Ergebnisse

Große Unterschiede ergaben sich bei der sensorischen Beschaffenheit. Im besten Fall fiel nur auf, dass sich Panade beim Braten löste, so bei den "guten" Stäbchen von Pickenpack, den besten im Test. Im schlechtesten Fall, bei den "mangelhaften", mit 3,94 Euro pro 10er-Packung aber sehr teuren von Wild Ocean, schmeckte der Fisch unter anderem fad und alt. Wegen Panadefehlern erreichten auch Produkte mit einwandfreiem Fisch kein "sehr gut" in der Bewertung. Dafür wäre nach Test-Kriterien nötig: Gleichmäßige Panade, die sich beim Braten nicht ablöst, knusprig, aber nicht hart wird. Der Fischkern muss besonders aromatisch schmecken und riechen und weder in Geruch noch Geschmack Fehler aufweisen. Der Fischkern darf weder Gräten noch Fischmus enthalten.

Am besten schnitten Fischstäbchen von Pickenpack für 1,59 Euro pro 15-Stück-Packung ab. Ebenfalls "gut", aber teurer ist die Kultmarke "Käpt'n Iglo" (2,32 Euro). Sie teilen sich den zweiten Platz mit den preiswerten Fischstäbchen Aldi/Almare und Netto Trawler's Catch (alle 1,39 Euro) sowie den relativ teuren Produkten der Lieferdienste Bofrost und Eismann in großen Familienpackungen (siehe Tabelle).

Umwelt & Bio

Wer Bio-Stäbchen sucht, hat nur eine kleine Auswahl. Aus 100 Prozent ökologischen Zutaten bestehen nur die Deutsche-See-Stäbchen. Bei Wild Only und Wild Ocean ist nur die Panade Bio. Auf vier Packungen im Test fand sich das blaue MSC-Siegel, das bekommt, wer bestimmte Umweltprinzipien erfüllt und so Fischbestände nachhaltig sichert (Pickenpack, Käpt'n Iglu, Bofrost, Plus). Auch die Produkte von Aldi Süd sind mittlerweile nach Angaben des Herstellers mit MSC-Siegel.

Die Zubereitung

Seefisch ­ verwendet wird meist Alaska-Seelachs ­ ist leicht verdaulich und liefert wertvolles Eiweiß und ist reich an Jod. Dass Fischstäbchen nicht eben zu den gesündesten Nahrungsmitteln gehören, liegt an der Panade und dem Fett, das durch das Vorfrittieren und Braten in der Pfanne dazukommen. Fünf Fischstäbchen decken mit 17,2 Gramm bereits fast 80 Prozent der Menge an Fett, die Kinder bei einer Hauptmahlzeit höchstens essen sollen.

-Ein bisschen kalorienärmer werden die beliebten Stäbchen, wenn man sie statt in der Pfanne im Ofen backt (15 Minuten bei 220 Grad). Dabei werden sie weniger fettig, aber auch weniger knusprig.

-Vor dem Servieren Fischstäbchen auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

-Als Beilage sollte möglichst Fettarmes gereicht werden, so zum Beispiel zur Kinderportion 140 Gramm Reis, zwei gekochte Kartoffeln oder Salat.

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