Den Fiskus an Ausgaben beteiligen

- Der Formularkrieg kann beginnen. Wie jedes Jahr steht für die meisten Deutschen jetzt dieSteuererklärung für das abgelaufene Jahr an. Heuer weitgehend mit offenem Ausgang. Denn viele der wichtigsten Regelungen stehen auf dem Prüfstand des Bundesverfassungsgerichts.

Fahrten zur Arbeit

Weniger als 21 Kilometer zur Arbeit? Also kann man sich den ganzen Aufwand mit der Entfernungspauschale gleich sparen? Falsch. Denn das Finanzamt kann nur Kosten berücksichtigen, von denen es weiß. Das bedeutet: Steuerzahler sollten die Angaben zur Entfernungspauschale so ausfüllen wie bisher auch. Das Finanzamt wird den Posten entsprechend zusammenstreichen ­ und sollten sich die höchsten Richter für die alte Entfernungspauschale entscheiden, dieses von sich aus korrigieren. Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid ist nicht nötig. Denn die Finanzämter werden die Steuerbescheide für 2007 in diesem Punkt für vorläufig erklären.

Arbeit daheim

Das häusliche Arbeitszimmer gehörte früher für viele zur Steuererklärung. Seit mehreren Jahren profitieren nur noch Menschen davon, die ­ wie zum Beispiel Lehrer ­ woanders keinen eigenen Arbeitsplatz haben. Dieses Privileg ist nun auch gestrichen. Nur wenn das häusliche Arbeitszimmer Mittelpunkt der gesamten Arbeit ist, werden die Raumkosten als Arbeitszimmer akzeptiert. Doch auch in diesem Fall steht die juristische Klärung noch aus. Bis dahin empfiehlt "Finanztest": "Betroffene sollten ihre Ausgaben ohne Abstriche in der Steuererklärung angeben." In diesem Fall ist auch ein Einspruch gegen den Steuerbescheid zu empfehlen.

Teurer Rat

Das war früher einfach: Die Steuerberatungskosten wurden auf dem Mantelbogen angegeben und akzeptiert. Mittlerweile bringen viele dieser Kosten gar keine Ersparnis mehr. Auch hier steht eine höchstrichterliche Klärung noch aus. Die Stiftung Warentest empfiehlt: Alles angeben und notfalls Einspruch einlegen. Allerdings sind Steuerberatungskosten, die sich einzelnen Ausgaben zurechnen lassen, ohnehin absetzbar:

- Bei Kapitaleinkünften, wenn sie 52 Euro im Jahr überschreiten.

- Bei Renteneinkünften, wenn die gesamten zuordenbaren Werbungskosten über 102 Euro liegen.

- Bei Arbeitnehmern können die Steuerberatungskosten dazu beitragen, die Werbungskostenpauschale von 920 Euro zu überschreiten.

- Beiträge für Lohnsteuerhilfevereine sind bis zu 100 Euro komplett Werbungskosten. Bei Kosten über 200 Euro lohnt es sich, 50 Prozent als Werbungskosten abziehen.

Belege sammeln

Auch sonst bieten Werbungskosten reichlich Gelegenheit, die Steuerlast zu mindern ­ sofern sie in der Summe mehr als 920 Euro betragen. Dazu zählen:

- Gewerkschaftsbeiträge,

- Weiterbildungskosten,

- den Preis für Arbeitsmittel (ab 487,90 Euro Kosten müssen sie über mehrere Jahre abgeschrieben werden),

- Kosten für Dienstreisen (sofern nicht vom Arbeitgeber erstattet). Zum Beispiel 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer.

Gut betreut

Bis zu 6000 Euro pro Kind können Berufstätige (und unter Umständen, etwa Krankheit, auch nicht Berufstätige) als Betreuungskosten absetzen. Für Alleinverdiener und Arbeitslose gilt das nur für Kinder im Kindergartenalter.

Spende und Unterhalt

Bis zu 20 Prozent der Einkünfte können steuersparend an entsprechend begünstigte Organisationen gespendet werden. Doch auch andere Ausgaben mindern die Einkommenssteuer: Die Kirchensteuer, Kosten fürs Erststudium, Unterhalt nach Trennung, Schulgeld für Privatschulen. Versicherungsbeiträge anzugeben, lohnt sich vor allem für Beamte, Rentner und Pensionisten. Bei Arbeitnehmern lohnt sich das wegen der hohen berücksichtigten Sozialversicherungsbeiträge kaum (Ausnahme Riester-Produkte).

Putzen und Pflegen

Nicht nur haushaltsnahe Dienstleistungen können die Steuerlast um bis zu 1800 Euro entlasten, oft lohnt es sich, außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen:

- Bis zu 264 Euro im Jahr für eine Haushaltshilfe kann jeder über 60 absetzen.

- Unterhaltsleistungen bis zu 7680 Euro im Jahr kann man für einen Lebensgefährten angeben, wenn dieser durch die Partnerschaft Sozialleistungen verloren hat.

- 924 Euro kann man als Pauschbetrag beantragen, wenn man Angehörige mit Plegestufe III pflegt.

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