Wie man dem Fiskus doch noch entkommt

Rente und Steuern: - Für Rentner ist das Thema Steuern erledigt. Das war einmal. Immer mehr Ältere müssen eine Steuererklärung abgeben und auch Geld an den Fiskus zahlen. Hier die wichtigsten Informationen aus "Finanztest" für Betroffene.

Wer mehr als 7664 Euro (Ehepaare 15 329) zu versteuerndes Einkommen im Jahr hat, muss erklären und zahlen. Allerdings zählen bei Älteren nur ein Teil der Renten, Pensionen und sonstigen Einkünfte zu diesem - für den Fiskus entscheidenden - Einkommen (siehe Kasten). Selbst erheblich höhere Einnahmen bleiben oft steuerfrei.

Das Rentner-Formular

Renten, Zahlungen aus einer privaten Rentenversicherung oder einem Versorgungswerk des Bundes oder der Länder oder aus anderen Renten oder Pensionskassen gehören in die Anlage R (für Rentner). Aus Angaben zum Rentenbeginn und anderen Daten errechnet das Finanzamt, welcher Anteil davon steuerpflichtig ist. Auch 102 Euro für Werbungskosten zieht die Behörde ab. Wer höhere Ausgaben hatte, sollte Belege einreichen.

Mit Steuerkarte

Pensionäre oder ehemalige Angestellte die für eine Pensionszusage eine Lohnsteuerkarte abgeben müssen, oder Rentner, die nebenbei auf Steuerkarte arbeiten, müssen diese Einnahmen in die Anlage N eintragen. Minijobs (bis 400 Euro im Monat) mit Pauschalbesteuerung sind für Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei und müssen nicht angegeben werden.

Haus und Garten

Haushaltsnahe Dienstleistungen (zum Beispiel Renovierungskosten) können nun abgezogen werden - und zwar zu 20 Prozent von der Steuerschuld (was für Rentner meist besonders günstig ist). Wer 400 Euro Steuern zahlen müsste, aber entsprechende Rechnungen in Höhe von 2000 Euro vorlegen kann, bleibt steuerfrei.

Haushaltskosten

Rentner, die im Heim leben, können aber für Hauswirtschaftskosten ebenfalls bis zu 624 Euro absetzen. Auch für Hilfe im Haushalt (bei einem Alter von 60 oder mehr) gilt dieser Betrag. Bei Pflegebedürftigkeit (im Heim) oder schwerer Behinderung (daheim) werden bis zu 924 Euro abgezogen.

Versichert

Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherung können bis 4402 Euro im Jahr abgezogen werden (Ehepaare 8804 Euro) weitere 1334 (Ehepaare 2668) Euro zur Hälfte.

Spenden

Wer über 36 (Ehepaare 72 Euro) gespendet oder an Kirchensteuer gezahlt hat, sollte dies angeben.

Medikamente

Ausgaben für die Gesundheit (Massagen, Medikamente) werden vom Fiskus berücksichtigt, wenn sie über die zumutbare Belastung (bis zu sieben Prozent des Einkommens - je nach Lebenssituation) hinausgehen.

Aufs Ersparte

Bei Zinseinnahmen über dem Sparerfreibetrag (2006: 1421 Euro, 2007: 801 Euro, für Verheiratete das Doppelte) lohnt sich die Eintragung. Weil der Steuersatz meist geringer ist als die 30 Prozent Zinsabschlagsteuer, gibt es in der Regel Geld zurück. Wer nicht steuerpflichtig ist aber Zinseinnahmen über dem Freibetrag hat, sollte beim Finanzamt eine "Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen und der Bank vorlegen. Dann bleiben Sparzinsen steuerfrei.

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