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Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner sieht die Schuld bei den US-Hedgefonds.

Kirchner gibt US-Hedgefonds Schuld

Fitch stuft Argentinien als Zahlungsausfall ein

New York - Die Ratingagentur Fitch hat Argentinien als "eingeschränkten Zahlungsausfall" eingestuft. Unterdessen hat die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner den US-Hedgefonds die Schuld gegeben.

Die Ratingagentur Fitch hat Argentinien als „eingeschränkten Zahlungsausfall“ eingestuft, weil das Land wegen eines Rechtsstreits mit US-Hedgefonds seine Staatsanleihen nicht mehr vollständig bedienen kann. Argentinien habe es bei einigen seiner Schuldtitel verpasst, rechtzeitig die Zinsen zu zahlen, teilte Fitch am späten Donnerstagabend zur Begründung mit.

Das Land darf laut einem Gerichtsurteil einen Teil seiner Gläubiger nicht mehr auszahlen, solange 1,5 Milliarden Dollar an Altschulden bei den New Yorker Hedgefonds NML Capital und Aurelius nicht beglichen sind. Schulden bei anderen Investoren über rund 540 Millionen Dollar konnten deshalb zuletzt nicht bedient werden.

Argentiniens Verhandlungen um einen Kompromiss mit den Fonds waren in der Nacht auf Donnerstag gescheitert. Standard & Poor's, eine andere wichtige Ratingagentur, hatte das Land vor diesem Hintergrund bereits am Vorabend als „teilweisen Zahlungsausfall“ eingestuft. Die Entscheidung der dritten großen Agentur Moody's steht noch aus.

Kirchner gibt US-Hedgefonds Schuld an gescheiterter Schlichtung

Unterdessen hat die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner den US-Hedgefonds die Schuld gegeben. "Wir leben in einer zutiefst ungerechten und zutiefst gewaltsamen Welt", sagte Kirchner am Donnerstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Die Tilgungsforderungen der Fonds seien ebenfalls "Gewalt". Kirchner verglich die Forderungen der Hedgefonds NML Capital und Aurelius mit "Raketen in einem Krieg", da "finanzielle Raketen ebenfalls töten". Sie forderte ihre Landsleute auf, "ruhig zu bleiben". Argentinien werde alle Rechtsmittel ausschöpfen.

Zugleich bestritt Kirchner, dass Argentinien zahlungsunfähig sei. Das geforderte Geld sei hinterlegt worden. Buenos Aires hatte bis Mittwoch um Mitternacht Zeit, 539 Millionen Dollar (403 Millionen Euro) an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern zu tilgen. Die argentinische Regierung hinterlegte die fällige Summe auf einem Treuhandkonto bei der Bank of New York.

Buenos Aires verweigert die Zahlung an NML Capital und Aurelius

Auf Anordnung eines US-Bundesrichters muss Argentinien aber erst die beiden Hedgefonds ausbezahlen, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf. Buenos Aires verweigert die Zahlung an NML Capital und Aurelius, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft hatten und nun den Nennwert geltend machen. Mit dieser umstrittenen Strategie fahren sie hohe Renditen ein.

Die Bank of New York erklärte am Donnerstag, dass die 539 Millionen Dollar bis zu einer weiteren Entscheidung von Bundesrichter Thomas Griesa eingefroren blieben. Das Bundesgericht setzte eine Anhörung für Freitag um 11 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) an.

dpa/AFP

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